s.Oliver Baskets mit Kantersieg in Kirchheim/Teck

Die s.Oliver Baskets gewinnen bei den Kirchheim Knights dank einer starken zweiten Halbzeit mit 106:75 und sichern sich Platz eins nach der ProA-Hinrunde

In der ersten Halbzeit konnten die Gastgeber ihre Offensivstärke ausspielen, nach dem Seitenwechsel bestimmte der Tabellenführer die Partie fast nach Belieben: Die s.Oliver Baskets haben mit 106:75 (49:45) bei den Kirchheim Knights einen ihrer höchsten Auswärtssiege gelandet und zum ersten Mal in gegnerischer Halle die Hundert-Punkte-Marke geknackt. Fünf Spieler punkteten zweistellig, Kapitän Darren Fenn fehlten am Ende nur eine Korbvorlage und zwei Rebounds zu einem „Triple Double“. Topscorer waren Carlos Medlock (20 Punkte) und Sebastian Betz (19).

Es war nach Oktober 2010 der zweite Auftritt der s.Oliver Baskets in Kirchheim/Teck, und der Verlauf beider Spiele könnte unterschiedlicher nicht sein: Damals gewannen die Würzburger durch einen Buzzerbeater von Brazzo Henneberger nach Verlängerung mit 85:84. Am 14. Spieltag der ProA-Saison 2014/2015 machten die Unterfranken auf dem Weg zu einem Sieg mit 31 Punkten Differenz bereits mit einem bärenstarken dritten Viertel alles klar.

Vor der Pause sahen die Zuschauer in der Halle – darunter etwa 100 mitgereiste Würzburger Fans – und am Livestream eine über weite Strecken ausgeglichene Partie, in der die Gäste zunächst die Vorteile auf ihrer Seite hatten: Mit 11:4 lagen die s.Oliver Baskets nach vier Minuten vorne. Dann besannen sich die Ritter, die ohne ihren 2,15-Meter-Center Enosch Wolf auskommen mussten, auf eine ihrer Stärken: Bryan Smithson versenkte den ersten von neun erfolgreichen Kirchheimer Drei-Punkte-Würfen in der ersten Halbzeit bei siebzehn Versuchen (53 Prozent).

Ein Dreier von Oldie Radi Tomasevic brachte in der 9. Minute die erste Kirchheimer Führung (19:18) des Spiels. In der 15. Minute lagen die gastgebenden Ritter dann dank eines guten Starts ins zweite Viertel sogar mit 34:29 vorne, was Baskets-Headcoach Doug Spradley zu einer Auszeit veranlasste. Die Worte des Trainers trafen offenbar auf offene Ohren, denn nach dem Timeout legten die Unterfranken einen 11:0-Lauf zum 34:40 hin, der bereits den letzten Führungswechsel in der Partie bedeuten sollte.

Beim immer noch knappen Spielstand von 45:49 aus Sicht der Kirchheimer wurden die Seiten gewechselt. Nach der Halbzeitpause entschieden die s.Oliver Baskets dann mit dem stärksten dritten Viertel im bisherigen Saisonverlauf das Spiel. Dank einer deutlich aggressiveren Defensive startete der Tabellenführer mit einem 17:4-Zwischenspurt zum 49:66 in die zweite Halbzeit. Im Angriff verabreichten die Unterfranken ihren Gastgebern jetzt deren eigene bittere Medizin: Neun erfolgreiche Dreier bei nur vierzehn Versuchen nach der Pause bedeuten eine Trefferquote von 64 Prozent.

Insgesamt trafen die s.Oliver Baskets sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit gut zwei Drittel ihrer Würfe aus dem Feld. Vor allem nach dem Seitenwechsel konnten die Knights da nicht mehr mithalten: Lediglich neun ihrer 25 Wurfversuche in den zweiten zwanzig Minuten waren erfolgreich (2 von 8 Dreier).

Bis zum Ende des dritten Spielabschnitts hatten sich die s.Oliver Baskets auf 64:83 abgesetzt und machten auch im letzten Viertel in diesem Stil weiter. Jeremy Dunbar war es vorbehalten, mit einem Mitteldistanz-Sprungwurf die 100-Punkte-Marke zu knacken, den Korb zum Endstand von 75:106 erzielte Jermaine Mallett mit einem krachenden Dunk.

Vor der kurzen Weihnachtspause wartet auf den Tabellenführer noch ein Spitzenspiel auf fremdem Terrain: Am kommenden Samstag treten die s.Oliver Baskets in der altehrwürdigen Sporthalle Ost bei den Gießen 46ers an. Zwei Fanbusse sind bereits voll, Anmeldungen sind weiterhin möglich.

Trainerstimmen

Doug Spradley, s.Oliver Baskets:
„Ich muss meiner Mannschaft für die zweite Halbzeit ein großes Kompliment machen. Wir haben nicht nur viele Würfe getroffen, auch die Verteidigung war überragend. Vor allem im dritten Viertel haben wir durchgesetzt, was wir wollten. Ich hatte gehofft, dass Kirchheim in der zweiten Halbzeit nicht wieder mehr als 50 Prozent Dreier trifft. Unsere Verteidigung war nach der Pause aggressiver, das hat uns sehr geholfen. Ich bin froh, dass die Mannschaft langsam wieder gesund wird. Die Liga ist sehr ausgeglichen, aber wenn wir so spielen wie heute haben wir gute Chancen, unsere Ziele zu erreichen. Es ist immer schwer, in Kirchheim zu spielen. Wir wollten mit unserer Verteidigung ein Statement setzen und haben das im dritten Viertel auch geschafft.“

Michael Mai, VfL Kirchheim Knights:
„Die ersten fünf Minuten im dritten Viertel war entscheidend. Wir hatten in der Verteidigung nicht genug Energie, und im Angriff haben wir in dieser Phase zu viele Fehler gemacht. Die Verteidigung von Würzburg war sehr gut, wir hatten dann keine guten Würfe mehr. Das war der Unterschied. Natürlich fehlt uns Enosch Wolf, ohne ihn ist es schwer für uns. Aber wir haben auch andere gute Spieler. Wir müssen einfach mit mehr Energie spielen.“

VfL Kirchheim Knights – s.Oliver Baskets 75:106 (21:23, 24:26, 19:34, 11:23)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Carlos Medlock 20 Punkte/4 Dreier (7 Assists/3 Steals), Sebastian Betz 19/3, Jason Dourisseau 15, Jermaine Mallett 14/2, Darren Fenn 13 (9 Assists/8 Rebounds), Max Ugrai 9, Jeremy Dunbar 7/1, Samme Givens 6, Christian Hoffmann 3/1, Dominik Schneider.

Top-Scorer Kirchheim:
Smithson 17/3, Wild 13/1 (6 Rebounds), Dority 12/1, Beran 12/2, Lodders 8/1.