s.Oliver Baskets gewinnen Overtime-Thriller im Spitzenspiel

Die s.Oliver Baskets gewinnen den Weihnachtskrimi bei den Gießen 46ers nach Verlängerung mit 82:71 – Jermaine Mallett trifft den Dreier zur Overtime

Nichts für schwache Nerven war das Spitzenspiel zu Abschluss der ProA-Hinrunde: Erst nach einer Aufholjagd im 4. Viertel und Verlängerung konnte Spitzenreiter s.Oliver Baskets die Partie vor ausverkaufter Halle beim Tabellenzweiten Gießen 46ers mit 82:71 (36:41, 68:68) für sich entscheiden. Würzburger Topscorer war Carlos Medlock, der 10 seiner 19 Punkte in der Overtime erzielte. Auch Darren Fenn (15), Jermaine Mallett (13) und Max Ugrai (12) trafen zweistellig für die s.Oliver Baskets, die ihren Vorsprung auf Platz zwei auf sechs Punkte ausbauen konnten.

Schon vor dem Spiel gab es vorgezogene Weihnachtsgeschenke für s.Oliver Baskets Headcoach Doug Spradley: Er hatte zum ersten Mal seit sehr langer Zeit einen kompletten Kader mit zwölf einsatzfähigen Spielern zur Verfügung. Ruben Spoden feierte nach einer achtwöchigen Pause sein Comeback. Der 25-Jährige kam in der mit 3.284 Zuschauern – darunter über 200 Würzburger – ausverkauften Sporthalle Gießen Ost knapp 21 Minuten zum Einsatz.

Die ersten Punkte im Spiel erzielte Baskets-Kapitän Darren Fenn von der Dreierlinie, dann waren erst einmal die Gastgeber am Zug: Innerhalb weniger Minuten legten sie einen 10:0-Lauf hin, der von Jason Dourisseau wieder per Dreier beendet wurde. In Korbnähe lief zunächst kaum etwas für die Gäste, 18 ihrer ersten 22 Punkte erzielten sie von jenseits der 6,75-Meter-Linie.

Bis zur 13. Spielminute (25:24) wechselte die Führung immer wieder, dann konnten sich die Gastgeber dank ihrer intensiven Verteidigung und der Treffsicherheit von Spielmacher Cameron Wells, der vor der Pause 13 seiner 17 Punkte erzielte und ohne Fehlversuch blieb, zum ersten Mal leicht absetzen. Beim Spielstand von 41:36 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach der Pause mussten die s.Oliver Baskets der harten Verteidigung der Hausherren zunächst weiter Tribut zollen – bis zur 33. Minute bauten die Gießen 46ers ihre Führung auf 58:49 aus. Mit seinem zweiten Dreier der Partie gab Jermaine Mallett das Signal zur Aufholjagd des Spitzenreiters, zwei Minuten und zwei erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe von Max Ugrai später hatten die s.Oliver Baskets auf 60:58 verkürzt.

Auch die extrem spannenden letzten beiden Minuten brachten keine Entscheidung in einem Spiel mit Playoff-Atmosphäre. Zwar traf Cameron Wells fünf Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit für Gießen zwei Freiwürfe zum 68:65. Doch dann versäumten es die Hausherren, den letzten Würzburger Angriff rechtzeitig durch ein taktisches Foul zu stoppen: Jermaine Mallett versenkte in der Schlusssekunde den Dreier zum 68:68 und wurde dabei sogar noch von Cameron Wells gefoult.

Der 26-jährige Neuzugang konnte in seinem vierten Spiel für die s.Oliver Baskets die Chance zum Sieg mit 0,5 Sekunden auf der Uhr nicht nutzen und vergab den Bonusfreiwurf – Verlängerung! In der Overtime hatten die Gastgeber dann kräftemäßig nicht mehr viel entgegen zu setzen. Ein Sprungwurf von Basti Betz, ein Korbleger von Jermaine Mallett und zehn Freiwürfe in Serie von Carlos Medlock brachten den 82:71-Erfolg, den die Mannschaft und die mitgereisten Fans gemeinsam ausgelassen feierten.

Mit 13 Siegen aus 15 Spielen gehen die Würzburger als souveräner Halbzeit-Tabellenführer mit drei Siegen Vorsprung auf die Verfolger in die kurze Weihnachtspause. Bereits am 29. Dezember bittet Doug Spradley sein Team wieder zum Training – die Rückrunde startet mit einem Heimspiel gegen die Kirchheim Knights am Dreikönigstag um 17 Uhr in der s.Oliver Arena.

Trainerstimmen

Doug Spradley, s.Oliver Baskets:
„Das war heute der harte Kampf, den wir erwartet hatten. Es war eine enge Kiste, ich bin froh und glücklich, dass wir diesen Sieg holen konnten. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir so einen Wahnsinnsdreier treffen müssen, um in die Verlängerung zu kommen, hätte ich das nicht geglaubt. Ein Kompliment an meine Mannschaft, die Jungs haben auch in kritischen Phasen nie aufgegeben. Wir haben die Köpfe nicht hängen lassen und im vierten Viertel unsere Leistung gesteigert. Gießen hat es mit seiner Verteidigung geschafft, dass wir nie richtig in den Rhythmus gekommen sind. Sie haben viel Druck ausgeübt und dadurch unseren Guards das Leben schwer gemacht. Irgendwann haben wir uns dann doch ein paar freie Würfe herausgearbeitet. Max Ugrai war heute aggressiver als zuletzt und hat wichtige Dreier getroffen. Die Führungsqualitäten von Darren Fenn und seine Ruhe waren in diesem engen Spiel natürlich Gold wert.“

Denis Wucherer, Gießen 46ers:
„Glückwunsch an Doug Spradley und seine Truppe, die sich das hart erarbeitet und den Sieg hier entführt haben. Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt. Trotzdem bin ich stolz auf meine Jungs, die über 40 Minuten sehr hart gespielt haben. Gegen eine sehr gute und sehr talentierte Würzburger Mannschaft haben wir in der Verteidigung sehr intensiv gespielt. Dass bei uns am Ende dann der Tank etwas leer war, war im Angriff zu erkennen. Es wurde immer schwieriger, uns gute Abschlüsse zu erarbeiten. Das war auch der hohen Intensität der Würzburger geschuldet. Am Ende haben wir einen Schuss plus Foul zugelassen, wo wir ein bis zwei Sekunden vorher hätten foulen müssen. In der Verlängerung liefen die Jungs dann auf dem Zahnfleisch und hatten nichts mehr entgegen zu setzen.“

Gießen 46ers – s.Oliver Baskets 71:82 (20:19, 21:17, 15:13, 12:19, 3:14)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Carlos Medlock 19 Punkte (13/16 Freiwürfe), Darren Fenn 15/3 (8 Rebounds), Jermaine Mallett 13/3, Max Ugrai 12/4, Jason Dourisseau 9/1, Sebastian Betz 8/2 (7 Rebounds), Samme Givens 4, Ruben Spoden 2, Jeremy Dunbar, Christian Hoffmann.

Top-Scorer Gießen:
Cameron Wells 17/1, Palm 17/3, Polas Bartolo 9/1 (7 Rebounds / 4 Steals), DiLeo 8, Schoo 8.