s.Oliver Baskets gewinnen hauchdünn gegen Jena

Mehrmals lag der Spitzenreiter der ProA deutlich vorne, am Ende wurde es noch einmal richtig eng: Die s.Oliver Baskets haben das Auswärtsspiel beim Tabellenfünften Science City Jena knapp mit 81:79 (49:39) gewonnen. Alle neun eingesetzten Würzburger Spieler trugen sich in die Scorerliste ein, bester Werfer beim neunten Sieg im zehnten Saisonspiel war Carlos Medlock mit 15 Punkten. Auch Basti Betz (12), Darren Fenn (11) und Ole Wendt (10) punkteten zweistellig.

Zweieinhalb Spiele lang hatte sich das Dauer-Verletzungspech der Würzburger in der laufenden Saison verabschiedet, dann traf es Darren Fenn: Der Center erlitt im zweiten Viertel eine blutende Wunde über dem rechten Auge und konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr eingesetzt werden. „Er wird gerade im Krankenhaus untersucht. Wir müssen abwarten, was er hat“, sagte Headcoach Doug Spradley nach der Partie. Bis zu seinem Ausfall hatte der Baskets-Kapitän mit elf Punkten großen Anteil an der zweistelligen Halbzeitführung seiner Mannschaft.

Die s.Oliver Baskets begannen in der Defensive konzentriert und im Angriff mit einer hohen Trefferquote. Die Folge: Schon in der 9. Minute lagen die Gäste aus Unterfranken zum ersten Mal mit 15 Zählern vorne (11:26). Bis zum Ende des zweiten Spielabschnitts konnten die Hausherren auf 39:49 verkürzen, nach dem Seitenwechsel zeigten sie dann vor allem in der Verteidigung die Qualitäten, die ihnen zu fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen verholfen haben.

Jena startete mit einem 8:0-Lauf in die zweite Halbzeit und verkürzte dadurch auf 45:49. Die Würzburger fanden nach einer Auszeit von Doug Spradley ihren Rhythmus wieder und holten sich auch ohne Kapitän Darren Fenn kurz vor Ende des dritten Spielabschnitts ihre mit 16 Zählern höchste Führung des Spiels (56:72, 30. Minute).

Doch auch davon ließen sich die Jenaer nicht beeindrucken. Ganze vier Zähler konnten die s.Oliver Baskets in den ersten acht Minuten des letzten Viertels erzielen – alle durch Medlock-Freiwürfe. Jena zwang die Gäste immer wieder zu Ballverlusten – 16 waren es nach der Pause, 27 ingesamt im Spiel – und verringerte den Rückstand Punkt um Punkt. Dennoch gelang es der Heimmannschaft auch in der extrem spannenden Schlussphase nicht mehr, den Spielstand auszugleichen oder gar in Führung zu gehen.

16 Sekunden vor Schluss verkürzte Mantas Virbalas durch einen Korb, der ihm nach einer Goaltending-Entscheidung zugesprochen wurde, auf 77:79. Den anschließenden Bonusfreiwurf ließ der Litauer ungenutzt, so dass Carlos Medlock, der 12 seiner 14 Versuche von der Linie verwandelte, anschließend mit einem Freiwurf den Drei-Punkte-Abstand wieder herstellen konnte. Wayne Bernard traf für Jena sieben Sekunden vor der Schlusssirene beide Versuche von der Linie (79:80), Jason Dourisseau brachte 3,7 Sekunden vor dem Ende mit einem von zwei Freiwürfen zum 79:81 den knappen Start-Ziel-Sieg des Tabellenführers aus Würzburg unter Dach und Fach.

Durch den neunten Erfolg im zehnten Spiel haben die s.Oliver Baskets jetzt bereits drei Siege Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz – hartnäckigster Verfolger bleiben weiterhin die ETB Wohnbau Baskets Essen (8 Siege / 2 Niederlagen) nach einem 80:78-Erfolg bei den GIESSEN 46ers.

Doug Spradley, s.Oliver Baskets:
„Kompliment an meine Jungs, es war heute nicht einfach durch den Verlust von Darren Fenn nach seiner Verletzung. Wir sind nach dem ersten Viertel mit dem Druck und der Intensität von Jena nicht klar gekommen, obwohl wir uns darauf vorbereitet hatten. Wenn ein Gegner so spielt, muss man mehr Bereitschaft zeigen. Ich bin sehr froh, weil wir gewonnen haben, obwohl wir 27 Ballverluste hatten. Es war ein hart umkämpftes Spiel, am Ende hatten wir ein wenig Glück. Nachdem wir in dieser Saison erst an fünf Tagen komplett trainieren konnten, bin ich mit neun Siegen aus zehn Spielen sehr zufrieden. Aber wir haben noch nichts erreicht, die Saison ist noch lang.“

Björn Harmsen, Science City Jena:
„Würzburg ist im ersten Viertel sehr konzentriert und dominant aufgetreten. Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, die nötige Intensität aufzubauen und haben uns beeindrucken lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann sehr viel besser verteidigt und Würzburg zu vielen Ballverlusten gezwungen. Wenn wir das schon früher geschafft hätten, hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Es war sehr gut, wie die Jungs in der zweiten Halbzeit Gas gegeben und gekämpft haben.“

Science City Jena – s.Oliver Baskets 79:81 (16:28, 23:21, 19:23, 21:9)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Carlos Medlock 15 Punkte/1 Dreier (6 Assists/4 Steals), Sebastian Betz 12/2, Darren Fenn 11/1, Ole Wendt 10/2, Jason Dourisseau 9, Dennis Tinnon 8, Christian Hoffmann 8/2, Max Ugrai 4 (6 Rebounds), Samme Givens 4 (7 Rebounds).

Topscorer Jena:
Leutloff 16, Bernard 15/1 (6 Steals), Virbalas 14/1, Morningstar 11/1.