s.Oliver Baskets gewinnen auch in Tübingen in letzter Sekunde!

Die s.Oliver Baskets sorgen in der Beko Basketball-Bundesliga weiter für Aufsehen: in Tübingen gewinnt der Aufsteiger mit 97:95 und feiert damit einen weiteren Sieg in letzter Sekunde:

Es bleibt dabei: Wenn es am Ende eng wird, sind die s.Oliver Baskets derzeit nicht zu schlagen. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche entschieden die Würzburger eine Partie erst im Herzschlag-Finale für sich – bei den WALTER Tigers Tübingen setzten sie sich mit 97:95 (58:42) durch. Einer der Garanten des siebten Siegs im achten Saisonspiel war wieder einmal Brendan Lane mit einem „Double-Double“: Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag erzielte Lane 27 Punkte und holte 11 Rebounds. Top-Scorer der Begegnung war Tübingens Vladimir Mihailovic mit 29 Zählern (5/8 Dreier).

Die Serie hat gehalten: Auch nach ihrem vierten Auftritt sind die s.Oliver Baskets in der Tübinger Paul-Horn-Arena weiter ungeschlagen. Nach den ersten zwanzig gespielten Minuten sah es sogar so aus, als würde es ein relativ entspannter Abend für Headcoach Doug Spradley und seine Mannschaft werden. Denn nach einem offenen Schlagabtausch mit vielen Korberfolgen auf beiden Seiten und leichten Vorteilen für die Gastgeber in den ersten neun Minuten der Partie übernahmen die Unterfranken bis zum Seitenwechsel das Kommando auf dem Parkett.

Mit einem 7:0-Lauf zum Spielstand von 25:30 in der elften Minute holten sie sich ihren ersten größeren Vorsprung, den sie anschließend dank einer überragenden Trefferquote aus allen Distanzen von Minute zu Minute weiter ausbauen konnten. 82 Prozent der Würzburger Wurfversuche von innerhalb und 62 Prozent von außerhalb der Dreierlinie waren in der ersten Halbzeit erfolgreich – vor allem Brendan Lane war nicht zu stoppen und erzielte 17 seiner insgesamt 27 Punkte in den ersten zwanzig Spielminuten.

Den Gastgeber konnten in dieser Phase nicht mithalten: Bis zur 15 Minute zogen die s.Oliver Baskets auf fünfzehn Punkte davon (32:47), in die Kabinen ging es beim Spielstand von 42:58. Die höchste Führung holten sich die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel durch einen Dreier von Maurice Stuckey zum 46:63 (22. Minute). Die 17-Punkte-Differenz sollte aber nicht lange Bestand haben: Die Gastgeber agierten im dritten Viertel wesentlich aggressiver, brachten die Würzburger damit aus dem Konzept und erzwangen zahlreiche Ballverluste.

Bis zum Ende des dritten Spielabschnitts konnten sie auf 70:80 verkürzen und machten auch zu Beginn des Schlussviertels genauso weiter. Außer einem Freiwurf von Cameron Long und einem Korbleger von Brendan Lane gelang den Unterfranken zwischen der 31. und 35. Minute nichts, während die Tübinger immer näher heran kamen. Vladimir Mihailovic erzielte schließlich mit einem Dreier den 83:83-Ausgleich und dann mit Freiwürfen zum 85:83 die ersten Tübinger Führung seit der 9. Spielminute.

Gerade noch rechtzeitig fanden die Gäste danach zurück ins Spiel. Dru Joyce beantwortete die Tübinger Führung mit einem Dreier. Seth Tuttle und Brendan Lane holten kurz darauf zwei wichtige Offensivrebounds und nutzten ihre Chancen zum 87:92 (38. Minute). Es war der Auftakt zu einer extrem spannenden Schlussphase: 16 Sekunden vor der Sirene verwandelte William Buford seine Freiwürfe Nummer neun und zehn des Spiels für die Tigers zum erneuten Ausgleich: 95:95.

Doch auch Dru Joyce zeigte nach einem taktischen Foul der Hausherren keine Nerven und traf bei dreizehn verbleibenden Sekunden seinerseits zweimal zum 95:97 von der Linie. Nach einer Auszeit von Coach Igor Perovic suchten die Tigers die Entscheidung von der Dreierlinie: Vladimir Mihailovic ließ die Uhr auf drei Sekunden herunterlaufen und versuchte sich aus gut sieben Metern – ohne Erfolg. Den Rebound schnappte sich Seth Tuttle, der mit einer guten Sekunde Restspielzeit gefoult wurde.

Zwischen seinen beiden folgenden Freiwürfen vergingen gut sieben Minuten – solange brauchten die Zeitnehmer, um die verbleibende Zeit auf der Spieluhr nach Anweisung der Unparteiischen korrekt einzustellen. Seth Tuttle vergab nach dem ersten auch den zweiten Freiwurf, Bogdan Radosavljevic schnappte sich den Ball und versuchte mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte das Wunder von Tübingen zu schaffen – der Ball ging nur an den Ring. Drei Tage Zeit bleiben den s.Oliver Baskets jetzt, um sich auf das nächste Auswärtsspiel vorzubereiten: Schon am Mittwoch um 20 Uhr treten sie zum Nachholspiel des 4. Spieltags bei den Basketball Löwen Braunschweig an.

Stimmen zum Spiel:

Doug Spradley, Headcoach s.Oliver Baskets:
„Glückwunsch an meine Mannschaft und Danke an unsere mitgereisten Fans, denen auch ein Teil dieses Sieges gehört. Im ersten Viertel haben wir zu viele Punkte kassiert, aber insgesamt war ich mit der ersten Halbzeit zufrieden. Nach der Pause haben wir dann in entscheidenen Phasen zu hektisch gespielt, das hat mir nicht so gut gefallen. Die Tübinger haben alles gegeben und sich zurückgekämpft. Es ist schade, dass nach so einem Spiel eine Mannschaft verlieren muss.“

Igor Perovic, Headcoach WALTER Tigers Tübingen:
„Wir haben ein sehr gutes Spiel gesehen. Würzburg war in der ersten Halbzeit viel besser als wir und hatte viele offene Dreier. In der zweiten Halbzeit haben wir dann viel besser und aggressiver gespielt und viele Würzburger Ballverluste erzwungen. Gegen so einen Gegner müssen wir aber vierzig Minuten guten Basketball spielen. Wir hatten am Ende die Chance, das Spiel zu gewinnen, aber nicht das nötige Glück.“

WALTER Tigers Tübingen – s.Oliver Baskets 95:97 (25:28, 17:30, 28:22, 25:17)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Brendan Lane 27 Punkte (11 Rebounds), Cameron Long 13/2 Dreier (5 Assists/5 Steals), Dru Joyce 12/2 (5 Assists), Seth Tuttle 11/1 (6 Rebounds), Lamonte Ulmer 8/2, Maurice Stuckey 8/2, Ruben Spoden 6/2, Devin Searcy 5, Sebastian Betz 5/1, Joshiko Saibou 2.

Top-Performer Tübingen:
Mihailovic 29/5 (5 Steals), Buford 18, Green 17/2, Jordan 6/1 (13 Assists).

Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 12 von 21 (57 Prozent) / Tübingen 8 von 19 (42 Prozent)
Freiwürfe: Würzburg 11 von 16 (69 Prozent) / Tübingen 23 von 30 (77 Prozent)
Rebounds: Würzburg 30 / Tübingen 18
Ballgewinne: Würzburg 8 / Tübingen 13
Ballverluste: Würzburg 22 / Tübingen 15