s.Oliver Baskets finden kein Mittel gegen Hagens Schützenfest

Die s.Oliver Baskets verlieren bei Phoenix Hagen deutlich mit 71:91 (32:52) – Headcoach Doug Spradley: „Ich bin sehr enttäuscht und stinksauer“

Hagen war auch beim vierten Mal für die s.Oliver Baskets keine Reise wert: Am 22. Spieltag der Beko BBL musste sich der Bundesliga-Rückkehrer aus Würzburg in der ENERVIE Arena vor 3.064 Zuschauern mit 71:91 (32:52) geschlagen geben. Die Feuervögel veranstalteten mit 15 Treffern bei 28 Versuchen ein wahres Schützenfest von der Dreierlinie – allen voran David Bell, der sieben Dreier versenkte und mit 37 Punkten einen Saisonrekord aufstellte.

s.Oliver Baskets Headcoach Doug Spradley fand nach dem Spiel deutliche Worte und sprach von einer „nicht akzeptablen Leistung“ seiner Mannschaft. Dabei hatten die Gäste gut angefangen: Gleich sechsmal wurde Center Brendan Lane in der Anfangsphase am Korb schön angespielt und nutzte seine Freiräume zu dreizehn Punkten in den ersten sechs Minuten. Dazu ein Dreier von Cameron Long, und schon hatten sich die Unterfranken eine 9:18-Führung heraus gespielt.

David Bell leitete dann mit dem zweiten seiner sieben Dreier die Aufholjagd der Hausherren ein, die sich innerhalb von gut zwei Minuten durch einem 13:2-Lauf die Führung holten. Mit dem letzten Wurf des ersten Viertels – wieder ein Dreier von Bell zum 27:25 – begann dann ein wahres Schützenfest der Feuervögel, gegen das die Gäste vor allem im zweiten Spielabschnitt kein Mittel fanden.

Entweder Bell, sein Spielmacher-Kollege Brandon Jefferson oder der Ex-Würzburger Ivan Elliott: Im zweiten Viertel trafen die Hagener Scharfschützen aus allen Lagen, während die Würzburger in der Offensive komplett den Rhythmus verloren und kein Mittel fanden, das Hagener Offensiv-Feuerwerk zu stoppen. Sieben Dreier versenkten die Gastgeber in den zehn Minuten vor der Pause, ihre letzten 15 Punkte zum Halbzeitstand von 52:32 fielen allesamt von jenseits der 6,75-Meter-Linie.

Nach dem Seitenwechsel kamen die s.Oliver Baskets zunächst besser ins Spiel – Brendan Lane und Seth Tuttle waren in dieser Phase dankbare Abnehmer von vielen guten Zuspielen und hatten großen Anteil an einem 12:0-Lauf des Aufsteigers, der die Gäste wieder auf zehn Punkte heran brachte (56:46, 27. Minute). Die Freude der mitgereisten Würzburger Fans war aber nicht von langer Dauer: Die Hagener reagierten – unter anderem durch Drei-Punkte-Würfe von Elliott und Jefferson – und schraubten den Abstand nach dem 3. Viertel wieder auf 71:54.

Auch im Schlussabschnitt konnten die s.Oliver Baskets dem Spiel keine Wende mehr geben – auch nicht durch drei erfolgreiche Dreier von Cameron Long, der an diesem Abend der einzige gefährliche Würzburger Distanzwerfer war. Die Feuervögel hatten aber auch in der Schlussphase immer die passende Antwort parat: Spätestens nach zwei weiteren Dreiern von Brandon Jefferson zum 79:61 in der 34. Minute schwanden die letzten Hoffnungen der Gäste, dem Spiel doch noch ihren Stempel aufdrücken zu können.

Am Ende sorgte wieder David Bell – seine 37 Punkte bedeuten Saisonrekord in der Liga – dafür, dass neben dem Sieg auch der direkte Vergleich an die Hausherren ging: Er vergrößerte den Vorsprung durch fünf Punkte in der 39. Minute auf 89:71, ehe Jonas Grof den Schlusspunkt zum 91:71 setzte. Die s.Oliver Baskets hatten das Hinspiel mit 15 Zählern Differenz gewonnen.

Viel Zeit, die vierte Niederlage in Folge zu verdauen, bleibt den s.Oliver Baskets nicht: Bereits am Mittwoch um 20 Uhr müssen sie zum Nachholspiel des 19. Spieltags bei ALBA BERLIN antreten. Danach bleibt eine Woche bis zum nächsten Heimspiel: Am 25. Februar (Donnerstag, 20 Uhr) sind die Basketball Löwen Braunschweig in der s.Oliver Arena zu Gast. Für dieses Spiel stehen noch knapp 120 Tickets im Vorverkauf zur Verfügung.

Stimmen zum Spiel:

Maurice Stuckey, s.Oliver Baskets:
„Wenn man Hagens guten Schützen zu viel Platz lässt, dann nützen sie das ordentlich aus. Wir haben eigentlich gut angefangen, dann aber ein paar Dreier kassiert. In so einer Situation müssen wir ruhig bleiben und weiter unseren Gameplan durchziehen. Wir sind aber hektisch geworden und haben versucht, das Spiel von Hagen zu spielen. 91 Punkte darf man nicht zulassen. Wir müssen uns defensiv steigern und noch härter an unserer Verteidigung arbeiten.“

Doug Spradley, Headcoach s.Oliver Baskets:
„Ich bin sehr enttäuscht über den fehlenden Kampfgeist, den Mangel an Disziplin in einigen Phasen und über die Leistung von jedem Spieler meiner Mannschaft. Es kann nicht sein, dass ein Team im Training fast bereit ist, sich zu prügeln, und dann hierher kommt und den Gegner machen lässt was er will. Ich glaube, ich war in meinen zwölf Jahren als Trainer nach einem Spiel noch nie so enttäuscht und stinksauer. Wir haben uns vier Tage vorbereitet und nichts davon umgesetzt. Natürlich war Hagen heute ein starker Gegner und hat super getroffen. Trotzdem gibt es keinen Grund, in der Verteidigung immer einen Gegenspieler zu vergessen, beim Rebound nicht richtig auszuboxen, die Passwege nicht zuzumachen. Es gibt heute keine Ausrede. Ich muss mich für diese Leistung bei unseren Fans entschuldigen, das war nicht akzeptabel.“

Ingo Freyer, Headcoach Phoenix Hagen:
„Es ist schön in unserer Situation, in der man immer wieder den Blick nach unten richtet, so einen wichtigen Sieg zu holen. Meine Mannschaft hat in der Verteidigung insgesamt einen sehr guten Job gemacht. Wir haben das Herz und die Aggressivität gezeigt die es ausmacht, so ein Spiel zu gewinnen. David Bell muss man heute mit seinen 37 Punkte und 8 Assists natürlich herausheben. Er hat in der ersten Halbzeit das Team getragen.“

Phoenix Hagen – s.Oliver Baskets 91:71 (27:25, 25:7, 19:22, 20:17)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Brendan Lane 21 Punkte, Cameron 14/4 Dreier, Lamonte Ulmer 12 (9 Rebounds), Seth Tuttle 8 (7 Rebounds), Maurice Stuckey 7/1, Devin Searcy 6, Dru Joyce 2 (14 Assists), Sebastian Betz 1, Ruben Spoden, Joshiko Saibou.

Top-Performer Hagen:
Bell 37/7 (8 Assists), Jefferson 17/5 (5 Assists), Covington 14, Elliott 13/3 (7 Rebounds).

Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 25 Prozent (5 von 20) / Hagen 54 Prozent (15 von 28)
Ballverluste: Würzburg 17 / Hagen 11
Fastbreak-Punkte: Würzburg 0 / Hagen 7