Prozessauftakt: 29jähriger wegen versuchten Totschlags angeklagt

Als „Racheakt“ hat ein Hartz-IV-Empfänger aus dem Landkreis Würzburg
seinen brutalen Angriff auf eine Zeitungsausträgerin Ende Oktober in
Höchberg bezeichnet. Der 29-jährige Eigenbrötler muss sich seit Dienstag
wegen versuchten Totschlags vor dem Würzburger Landgericht verantworten.
Er hatte sein Opfer in den frühen Morgenstunden bei der Arbeit
überfallen und zu Boden gestoßen. Dann trat er mehrmals brutal auf den
Kopf der Frau ein, die zum Glück einen Fahrradhelm trug und nicht
lebensgefährlich verletzt wurde. Die Wut des Täters richtete sich nach
eigenen Worten nicht gegen die 49-Jährige, sondern gegen die Zeitung:
Die Redaktion hatte nicht im Todesfall seines Bruders recherchiert. Der
Angeklagte glaubt nicht, dass es sich beim Tod seines Bruders um einen
Suizid gehandelt hat. Jetzt habe er seine Rache gehabt und sei nicht
mehr sauer, betonte der 29-Jährige. Er leidet laut Staatsanwaltschaft
unter einer Persönlichkeitsstörung und war bei der Tat nicht voll
schuldfähig. Sein Opfer leidet auch sieben Monate nach dem Überfall noch
unter den psychischen Folgen der Tat und geht nachts nicht mehr allein
aus dem Haus.