Niederlage: s.Oliver Würzburg liefert Bayern München tollen Fight

Trotz harter Gegenwehr hat es nicht gereicht: Würzburgs neuer Headcoach Dirk Bauermann verliert sein erstes Heimspiel gegen Bayern München knapp mit 63:68. Zur Pause steht es 29:32, die Baskets bleiben dran und gehen im Schlussviertel sogar in Führung. Am Ende reicht es nicht, der Tabellendritte kann sich doch noch durchsetzen.

Würzburgs Lamonte Ulmer ist mit 24 Punkten (8/9 aus dem Feld) bester Werfer auf dem Parkett.

Die Viertel: 21:18 / 8:14 / 20:20 / 14:16.

Den Spielbericht sehen Sie am Sonntag ab 18 Uhr in Unterfranken Aktuell.

Hier die Presse-Mitteilung der Baskets:

Das Freibier nur knapp verpasst

s.Oliver Würzburg unterliegt dem FC Bayern München mit 63:68 (29:32) – Dirk Bauermann: „Haben uns in der Verteidigung sehr gesteigert“ – Lamonte Ulmer Top-Scorer mit 24 Punkten

Eine Partie auf Augenhöhe lieferten sich s.Oliver Würzburg und der FC Bayern München am Samstagabend in der mit 3.140 Zuschauern restlos ausverkauften Würzburger s.Oliver Arena – mit dem besseren Ende für die Gäste: Die Unterfranken mussten sich mit 63:68 (29:32) geschlagen geben. Die starke Freiwurfquote und die etwas größere Cleverness der Gäste gaben am Ende den Ausschlag in einem von beiden Seiten mit sehr hoher Intensität geführten innerbayerischen Derby. Top-Scorer der Partie war Lamonte Ulmer mit 24 Punkten.

Freibier für alle Fans hatte Headcoach Dirk Bauermann vor der Partie versprochen – unter zwei Bedingungen: Ein Sieg gegen die Bayern und ein durch die Verteidigung erzwungenen Münchner Airball beim Dreier. Leider wurde nur eine der beiden Voraussetzungen wahr, als Anton Gavel kurz vor Ende der ersten Halbzeit zu einem gut verteidigten Drei-Punkte-Wurf ansetzte, der allenfalls am höchsten Punkt seiner Flugkurve Ringniveau erreichte. Zum Sieg gegen den Tabellendritten reichte es am Ende „wegen einiger Kleinigkeiten nicht“, wie Bauermann nach dem Spiel erklärte.

Krešimir Lončar kehrte nach überstandener Krankheit zurück auf’s Parkett, auf den ebenfalls kranken Max Ugrai verzichtete Bauermann am Samstag. Bei den Gästen war ausgerechnet der ehemalige Würzburger Maximilian Kleber nicht gesund genug, um an seiner alten Wirkungsstätte auflaufen zu können. Auch Neuverpflichtung Maik Zirbes stand noch nicht im Kader der Gäste. Die 3.140 Zuschauer sahen von der ersten Sekunde an ein Duell auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften mit Intensität und Aggressivität in der Verteidigung versuchten, dem Kontrahenten das Leben schwer zu machen.

„Wir hatten bisher die zweitschwächste Verteidigung der Liga. Heute haben wir gegen ein Spitzenteam wie Bayern München nur eine Trefferquote aus dem Feld von 34 Prozent zugelassen. Das ist sensationell“, betonte Bauermann. Im ersten Viertel war es zunächst Lamonte Ulmer, der loslegte als wolle er das Spiel im Alleingang entscheiden. Er traf seine ersten drei Drei-Punkte-Würfe und legte in der siebten Minute gleich noch einen Korbleger mit Bonusfreiwurf zum 14:11 oben drauf – zwölf Punkte hatte der 26-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Konto und war dafür verantwortlich, dass die Gastgeber nach dem ersten Abschnitt mit 21:18 vorne lagen.

Dabei sollte es nicht bleiben: Mit zunehmendem Spielverlauf legten die Münchner in der Verteidigung weiter zu – im zweiten Viertel konnten sich die Hausherren im Angriff nicht mehr gut in Szene setzen und erzielten nur acht Punkte. In der 27. Minute brachte Danilo Barthel die Oberbayern durch zwei Freiwürfe mit 27:28 in Führung, beim Spielstand von 29:32 aus Sicht der Würzburger wurden die Seiten gewechselt

Auch die ersten fünf Minuten nach der Pause gehörten dem Tabellendritten, der weiterhin wenig zuließ und sich bis zur 35. Minute auf 38:50 absetzen konnte. Trotzdem standen die Würzburger Zuschauer weiter wie ein Mann hinter ihrem Team, das jetzt zur Aufholjagd blies. Drei Minuten benötigten Mustafa Shakur, Krešimir Lončar, Marshawn Powell mit einem knochentrockenen Dreier und Lamonte Ulmer nach Offensivrebound, um die Lücke durch einen 9:0-Lauf wieder auf 47:50 zu verringern. An diesem Abstand änderte sich bis zur letzten Viertelpause nichts mehr.

Den Schlussabschnitt eröffnete dann wieder Ulmer mit einem Dreier zum 52:52. Danach traf jedes Team aufgrund der starken Verteidigung auf beiden Seiten nur noch jeweils einen Wurf aus dem Feld. Weil die Münchner im Gegensatz zu den Gastgebern aber deutlich häufiger an die Freiwurflinie kamen und dort ihre Chancen hochprozentig nutzten – 13 von 14 Münchner Freiwürfen im letzten Viertel waren erfolgreich – entwickelte sich die enge Partie in den letzten vier Minuten in Richtung Bayern-Sieg.

45 Sekunden vor dem Ende verkürzte Krešimir Lončar noch einmal auf 61:62, dann konnten die Münchner zwei Würzburger Angriffe hintereinander stoppen. Vladimir Lucic und schließlich Reggie Redding zwölf Sekunden vor der Schlusssirene nutzten danach jeweils ihre Freiwurfchancen zum 61:66 und brachten damit den Bayern-Sieg in trockene Tücher.

s.Oliver Würzburg – FC Bayern München 63:68 (21:18, 8:14, 20:20, 14:16)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Lamonte Ulmer 24 Punkte/4 Dreier (6 Rebounds), Marshawn Powell 11/1, Krešimir Lončar 8, Brendan Lane 6, Mustafa Shakur 6, Maurice Stuckey 3/1, Jake Odum 3, Michael Cobbins 2, Sebastian Betz.

Top-Perfomer München:
Barthel 18/2, Redding 16/1 (5 Ballgewinne), Booker 13 (10 Rebounds – 11/12 Freiwürfe), Lucic 10/2.

Key Stats:
Freiwürfe: Würzburg 15 von 22 (68 Prozent) – München 28 von 31 (90 Prozent)
Ballverluste: Würzburg 18 – München 10
Punkte aus Fastbreak: Würzburg 5 – München 12
Korbvorlagen: Würzburg 7 – München 14

Stimmen zum Spiel

Dirk Bauermann, s.Oliver Würzburg:
„Die Stimmung in der Halle war sensationell gut, aber die Mannschaft hat mit ihrer Energie und ihrem Kampfgeist auch alles dafür getan, um die Zuschauer ins Spiel zu bringen. Sasa Djordjevic ist einer der besten Trainer in Europa, wir haben heute mit seinem Team auf Augenhöhe gespielt. Es war insgesamt eine sehr gute Leistung unserer Mannschaft, mit der wir sehr zufrieden sein können. Unser Spiel war sehr kompakt und voller Energie. Bis auf die eine oder andere Kleinigkeit zwischendurch und in der Schlussphase hatten wir eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen. Daher habe ich heute ein lachendes Auge wegen der guten Leistung und ein weinendes Auge wegen der Niederlage. Wir haben uns im dritten Viertel aus dem Loch wieder heraus gekämpft. Die Mannschaft hat Charakter und Herz gezeigt und nie aufgegeben. Wir haben uns in der Verteidigung gesteigert und nur eine 34-prozentige Trefferquote der Bayern aus dem Feld zugelassen, das ist sensationell gegen eine Spitzenmannschaft. Unsere 18 Ballverluste haben uns natürlich sehr weh getan, aber das hatte auch mit der enorm aggressiven Verteidigung der Münchner zu tun. Meine Mannschaft hat Charakter und Herz gezeigt und bewiesen, dass sie alles dafür investieren will, um zu gewinnen. Mustafa Shakur und Michael Cobbins sind noch nicht bei hundert Prozent. Sie haben aber gezeigt, dass sie Verstärkungen für uns sein werden.“

Aleksandar Djordjevic, FC Bayern München:
„Es war ein schweres Spiel und ein wichtiger Sieg für uns, vielleicht sogar der wichtigste bisher. Würzburg hatte drei Wochen Zeit, um sich mit seinem neuen Coach Dirk Bauermann gut auf das Spiel vorzubereiten. Nach solchen Veränderungen reagieren Mannschaften immer mit viel Energie und Leidenschaft, weil die Spieler wissen, dass sie besser spielen müssen. Wir waren bereit für diesen Kampf, es war ein sehr physisches Spiel. Wir haben es geschafft, auch ohne Maxi Kleber und Maik Zirbes eine gute Low-Post-Verteidigung zu spielen. Lamonte Ulmer ist mit drei Dreiern und einem And-One ins das Spiel gestartet, das wollten wir in der Eins-gegen-eins-Verteidigung eigentlich besser machen. Einige meiner Spieler hatten nicht das nötige Selbstvertrauen, das kann man sich in so einem Spiel nicht erlauben. Wir hatten wenige Ballverluste und haben unsere Freiwürfe gut getroffen, was in so einem engen Spiel immer wichtig ist, weil jeder Punkt zählt. Das zweite Viertel war unsere beste und aggressivste Phase im Spiel.“