Mit einfachen Mitteln Überlebenshilfe leisten – Johanniter sammeln für Weihnachtstruck

Zwei Würzburger leiten den Johanniter-Weihnachtstrucker nach Rumänien

Würzburg | „Trotz ihrer teils erschütternden Schicksale sind die Menschen, denen wir mit den Johanniter-Weihnachtstruckern in Zentral-Rumänien begegnen, unglaublich herzlich. Es ist unbeschreiblich schön zu erleben, wie man das Leben von Familien und Kindern mit ganz einfachen Mitteln ein kleines bisschen besser machen kann“, sagt Manfred Emmerling von den Johannitern in Unterfranken. Er wird den Hilfskonvoi nach Zentral-Rumänien zusammen mit seinem Kollegen Christoph Fleschutz leiten. Rund 50.000 Päckchen konnten letztes Jahr in Rumänien, Bosnien und Albanien an hilfebedürftige Menschen verteilt werden. In diesem Jahr könnten es sogar noch mehr werden, denn erstmals beteiligen sich auch Johanniter in anderen Bundesländern. „Wir hoffen, dass wir mit möglichst vielen Paketen aus unserer Heimat starten können“, sagen die zwei Helfer aus Würzburg.

Päckchen können noch abgegeben werden

Die Päckchen können noch bis zum Mittag des 23. Dezember in allen Dienststellen der Johanniter und bis zum 24. Dezember in allen Filialen des Lebensmitteldiscounters Lidl abgegeben werden. Die Adressen und Öffnungszeiten sind im Internet unter www.johanniter.de/weihnachtstrucker abrufbar.

„Obwohl Rumänien mittlerweile zur EU gehört, leben viele Menschen hier in furchtbarer Armut“, berichtet Emmerling. „Gerade in den Wintermonaten ist es für die Menschen hier schwer, sich zu versorgen, vor allem in den ländlichen Regionen. Die Arbeitslosigkeit liegt in einigen Gebieten bei 70 Prozent. Häufige Überschwemmungen, ungenügende Infrastruktur und die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Landes führen dazu, dass viele Menschen jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen. Die Kinderheime sind überfüllt und es gibt eine große Zahl von Straßenkindern ohne Schulbildung und Zukunftsperspektiven.“

Zentrale Anlaufstelle der Johanniter-Weihnachtstrucker ist daher seit Jahren das Jugenddorf Lokod (Region Harghita), das Herbert und Elke Flöck im Rahmen des von ihnen gegründeten örtlichen Projekts LIA e.V. betreiben. Dort finden Waisenkinder und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen ein neues Zuhause. In den letzten Jahren entstanden hier zudem beschützende Werkstätten, ein Beratungszentrum, Jugendwohnungen und Familienhäuser sowie ein betreutes Wohnen. Die Hilfspakete aus Deutschland werden vorwiegend an die Einrichtungen der Jugendstiftung vergeben, aber auch andere Schulen, Pfarreien und Gemeinden nutzen die Möglichkeit, sich im Vorfeld bei Lokod zu bewerben.

„Die Menschen hüten die Päckchen, die jeweils 3 kg Zucker, 3 kg Mehl, 1 kg Reis, 1 kg Nudeln, 1 Liter Speiseöl in Plastikflaschen,3 Packungen Multivitamin-Brausetabletten,3 Packungen Kekse, 5 Tafeln Schokolade, 500 g Kakaogetränkepulver, 2 Duschgel, 1 Handcreme, 2 Zahnbürsten, 2 Tuben Zahnpasta und 1 Geschenk für Kinder (Malbuch, Malstifte, Stofftier o.ä.) enthalten, wie ihren Augapfel“, so die Konvoileiter. „Einige haben Mitte des Jahres noch etwas davon übrig.“

 

Die Fahrt selbst könne man kaum beschreiben, schwärmen die beiden: „Der Zusammenhalt in der Gruppe ist enorm. Jeder ist mit Herzblut dabei. Und auch wenn es sehr anstrengende Tage sind, für die meisten der Ehrenamtlichen, die hierfür einen Teil ihres Jahresurlaubs aufwenden, steht schon jetzt fest: Wir sind auch nächstes Jahr wieder mit dabei!“