Mautpyramide wird restauriert

Hier in einer Halle in Winterhausen liegt er, der Obelisk. Allerdings erinnert momentan nicht mehr viel an das einst so stolze Bauwerk. Zerlegt in 22 große Steinplatten und unzählige kleine Bruchstücke kann man zur Zeit nur erahnen, wie er einmal ausgesehen hat. Jetzt wird der Obelisk rekonstruiert, und das geschieht ganz genau nach Plan. Denn normalerweise haben die beauftragten Bildhauer und Steinmetze mit kleineren Objekten zu tun.

Rückblick: Früher Morgen des 3. Dezember 2010 auf der B13. Bei einem Unfall verliert ein Lkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und reißt die rund 10 Meter hohe Mautpyramide um – für das über 200 Jahre alte Bauwerk hat das fatale Folgen. Durch den Aufprall wird es in unzählige Einzelteile zerlegt. Der Vorfall entfacht wieder die Diskussion um den Standort des Denkmals. Denn schon lange galt der als zu risikoreich für den Straßenverkehr.

Zurück in Winterhausen: Die Rekonstruktion des Monuments aus Sandstein ist gar nicht so einfach. In mühevoller Kleinarbeit wird es Stück für Stück zusammengesetzt.

Insgesamt wurde rund 450 Stunden an dem Obelisken gearbeitet. Momentan befinden sich die Restauratoren in der Endphase. Die sogenannten Profilierungen werden entweder per Schleifstein oder Schleifpapier nachempfunden.

Etwas problematisch gestalten sich die eingravierten Schriftzüge. Teilweise fehlen ganze Wörter, die noch ergänzt werden müssen. Manche Stücke bleiben am Ende auch übrig. Diese Fehlstellen werden dann bearbeitet und anschließend mit einer Steinersatzmasse wieder geschlossen.

Eine außergewöhnliche Konstruktion ist durch die Restauration jedoch ans Licht gekommen. Im Innern des Obelisken befinden sich große Steindübel. Als Verbindungszapfen halten sie die Blöcke zusammen.

Per Kran werden die einzelnen Teile in der kommenden Woche verladen und an die Stelle gebracht, wo der Obelisk einmal stehen wird – neben der B13. Dort laufen bereits die Vorbereitungen. Mitte November soll das Denkmal dann hier – 15 Meter neben seiner ursprünglichen Stelle – wieder errichtet werden.