Das politische Konzept der Grünen

Bei der Winterklausur der Landtagsfraktion der Grünen in Würzburg werden die politischen Konzepte und Inhalte für die Landtagswahl im Herbst festgelegt. Für Impulse im Parteiprogramm sorgen Experten aus der Praxis. Vor allem der Blick ins Nachbarland Baden Württemberg inspiriert die Partei. Alexander Bonde, der Landwirtschaftsminister, berichtet bei der Klausurtagung über das politische Konzept seines Ministeriums im „Ländle“. Dort ist der Landwirtschaftsminister auch für den Naturschutz und den Tourismus zuständig. Alle drei Bereiche (Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus) sollen voneinander profitieren. Zudem werden in Baden Württemberg gerade die kleinen, familiengeführten Landwirtschaftsbetriebe finanziell unterstützt und gefördert. Ökolandbau als Leitlinie ist daher auch das politische Konzept der Grünen in Bayern. Sie wollen die kleinen Betriebe finaziell fördern, damit die Kulturlandschaft erhalten bleibt.

In Sachen Verkehr sprechen die Grünen lieber von Mobilität als von Verkehr. Ihr Konzept: weniger Auto, mehr öffentlicher Nahverkehr. Der Ausbau des ÖPNV ist das Ziel der Grünen. Auch im Hinblick auf den demografischen Wandel propagiert die Partei das Vorwärtskommen mit dem Bus und der Bahn. Als Berater der Grünen fungiert der renommierte Verkehrsplaner Prof. Dr. Heiner Monheim aus Trier. Seine Studien zeigen: die Bevölkerung ist aufgeschlossen, was neue Verkehrskonzepte angeht. Die derzeitige Politik nimmt er hingegen als sehr zementiert, starr und wenig innovativ wahr. Straßenbau ist seiner Meinung nach nicht die Lösung der Verkehrsprobleme. Stattdessen propagiert er ein sogenanntes „Bürgerticket“. „Würden 70 Millionen Deutsche dieses besitzen, wäre das der Druchbruch“, so Mohnheim. Deutschlandweit könnten dann alle quer durchs Land reisen, und das mit nur einem General-Fahrschein.