Bürgerbegehren auf dem Weg in den Stadtrat

Das Bauunternehmen Riedel aus Schweinfurt will das Gelände zwischen dem Friedrich-Ebert-Ring, der Rottendorfer -, der Benediktiner- und der Dürerstraße in ein Wohngebiet verwandeln. 98 neue Wohneinheiten sollen dort entstehen – fast die Hälfte davon barrierefrei. Die Würzburger Interessengemeinschaft Paradiesgarten konnte mehr als 5500 gültige Stimmen für ihr Bürgerbegehren „Kein Wohngebiet Platzscher Garten“ sammeln. Damit sind sie ihrem Ziel einen Schritt näher: Sie wollen verhindern, dass das parkähnliche Areal St. Benedikt einem Wohngebiet weichen muss. Bereits vier Mal wurde das gesamte Bauprojekt von der Stadtbildkommission begutachtet und Änderungswünsche vorgetragen.Laut Bauherr Matthias Lambers flossen alle Einwände in die neuen Planungen ein. Nur 30% des gesamten Areals soll überbaut werden, d.h. 70% bleibt weiterhin Grünfläche. Für die 42 Bäume die gefällt werden müssen werden 20 auf dem Grundstück neu gepflanzt und weitere 60 auf einer Ausgleichsfläche in Heidingsfeld. Doch das reicht der Interessengemeinschaft Paradiesgarten nicht. Sie bezeichnen die Pläne als Naturzerstörung. Ihr Vorwurf richtet sich vor allem an Pater Anselm Grün, der wirtschaftliche Leiter der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Seit vielen Jahrzehnten sind die Benediktiner Eigentümer des Geländes. 2010 haben sie den Betrieb des Klostergebäudes St.Benedikt allerdings eingestellt. Pater Anselm Grün ist für den Verkauf des 14.000 Quadratmeter großen Areals zuständig.  Wie es mit dem Gelände nun weiter geht entscheidet der Würzburger Stadtrat. Stimmt er der Interessengemeinschaft zu, sind die Planungen der Firma Riedel erst einmal vom Tisch. Ist der Stadtrat dagegen, kommt es innerhalb von sechs Monaten zum Bürgerentscheid.