Friedlicher Verlauf bei Versammlungsgeschehen in Würzburg – Polizei zieht erste Zwischenbilanz

WÜRZBURG. Die drei für den Montagabend angemeldeten Versammlungen verliefen insgesamt problemlos. Nur vereinzelt kam es zu Zwischenfällen, bei denen keine Personen verletzt wurden. Die Polizei nahm eine Person fest und sprach mehrere Platzverweise aus. Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es an diesem Abend nicht.

Zum 158. Mal starteten am Würzburger Hauptbahnhof gegen 17:45 Uhr etwa 350 Teilnehmer den Montagsspaziergang. Auf ihrem Weg durch die Würzburger Innenstadt schlossen sich noch weitere Personen an, so dass die Gruppe mit etwa 600 – 700 beim Vierröhrenbrunnen ankam. Durch die große Anzahl der Demonstranten waren die Kaiser-, Schönborn- und Domstraße kurzzeitig gesperrt und es kam zu geringfügigen Verspätungen im Straßenbahnverkehr. Der Aufzug und die Kundgebung der Fahnen schwenkenden Bürger verliefen absolut friedlich.

Die ebenfalls angemeldete Friedensmahnwache zur Thematik „Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Für eine freie Presse“ fand an diesem Montag mit 15 Teilnehmern statt. Auch bei dieser Versammlung, die um 19:00 Uhr ebenfalls am Vierröhrenbrunnen startete, kam es zu keinen Zwischenfällen.

Um 19:00 Uhr fand in der Neubaustraße eine Versammlung zum Thema „Gegen Glaubenskirege auf deutschem Boden“ statt. Mit etwa 200 Personen setzte sich der schweigende Aufzug der Pegida-Anhänger Richtung Augustinerstraße in Bewegung. An den aufgebauten Absperrgittern hatten sich etwa 600 – 700 Gegendemonstranten eingefunden. Sie machten mit Sprechchören, Pfiffen und Musikinstrumenten darauf aufmerksam, dass sie die Einstellung der Pegida-Anhängern nicht teilen. Hierbei blieb es überwiegend friedlich. Lediglich kleinere Störungen sind zu vermelden. So hatten etwa 40 Personen eine Menschenkette gebildet, um einigen Pegida-Anhängern den Zugang zur Versammlungsörtlichkeit zu erschweren. Hier konnte die Polizei durch einfaches Zurückschieben die Kette auflösen und den Teilnehmern so den Zugang zur Neubaustraße ermöglichen.

Unter den Gegendemonstranten befanden sich etwa 100 Personen, die dem linken Spektrum zugeordnet werden können. 15 Personen dieser Gruppe hatten aus der Hörleinsgasse heraus die dortigen Absperrgitter überwunden und versucht, auf die Aufzugstrecke zu gelangen. Die Einsatzkräfte vor Ort konnten die Störer einfach zurück drängen und ohne Gewalt anwenden zu müssen den abgesperrten Bereich räumen. Eine Person aus dieser Gruppe wurde durch die Einsatzkräfte vorläufig festgenommen.

Nach einer kurzen Kundgebung beendete der Versammlungsleiter die Demonstration gegen 19:40 Uhr. Beim Abzug der Pegida-Anhänger aus dem abgesperrten Bereich kam zu einem Eierwurf auf einen 43-jährigen Demonstranten. Die Personalien des 22-jährigen Werfers stellte die Polizei fest. Einige Pegida-Anhänger, die sich auf dem Heimweg befanden, wurden von Personen aus dem autonomen Spektrum verfolgt. Durch eine kurzzeitige Sperrung an der Michaels-Kirche durch eine Polizeikette konnten die beiden Gruppen getrennt und ein Aufeinandertreffen oder gar gewaltsame Auseinandersetzungen verhindert werden.

Das Konzept der unterfränkischen Polizei, mit starken Kräften und Sperrgittern den Aufzugsweg zu schützen, hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Polizei setzte auch sogenannte Kommunikationsteams ein. Hierbei handelt es sich um speziell geschulte und ausgebildete Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die gezielt mit der Botschaft „Gewaltfreier Protest ist gelebte Demokratie“ auf alle Teilnehmer zugingen und den persönlichen Kontakt suchten.

Die Würzburger Polizei zieht eine positive Bilanz und bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die auf die Straße gegangen waren, um friedlich ihre Meinung kund zu tun.