Amoklauf in Heidingsfeld

*** Update (12:35 Uhr) ***

Bundesinnenminister Thomas de Maiziére sieht keine Hinweise darauf, dass der Anschlag vom IS in Auftrag gegeben wurde. Nach seinen Angaben handele es sich um einen Einzeltäter, der auf die Propaganda der Terrormiliz angesprungen sei. Er ordnete den Fall in ein „Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror“ ein.

 

*** Update (11:45 Uhr) ***

Laut ZDF haben deutsche Ermittler Zweifel an der afghanischen Herkunft des Täters. Der Grund: In dem Video verwendet Riaz K. Begriffe, die aus dem pakistanischen Sprachraum stammen. Außerdem stimmt der vom IS genannte Name nicht mit dem überein, den der 17-Jährige bei seiner Ankunft in Deutschland genannt hatte. Die Ermittler halten es für möglich, dass er so seine Bleibechancen erhöhen wollte. Dass er schon bei seiner Einreise geplant hatte, einen Terroranschlag zu verüben, gilt in Ermittlerkreisen allerdings als unwahrscheinlich.

 

*** Update (22:00 Uhr) ***

Die Echtheit des Bekennervideos ist vom bayerischen Innenministerium bestätigt worden. Bei dem Gezeigten handelt es sich tatsächlich um den Attentäter von Würzburg. Eine IS-nahe Quelle hatte das Video des 17-jährigen Afghanen veröffentlicht. Darin bezeichnet er sich selbst als Kämpfer des IS.

 

*** Update (18:18 Uhr) ***

Hier unsere O-Töne mit den leitenden Oberstaatsanwälten Bardo Backert und Erik Ohlenschlager. Unter anderem über das Drohvideo des 17-Jährigen und die Frage, ob die tödlichen Schüsse auf den Jugendlichen gerechtfertigt waren.

 

*** Update (18:09 Uhr) ***

Hier unsere Berichte über den Tag nach der Tat und den Hintergrund des Täters.

 

*** Update (16:59 Uhr) ***

Auf einer Pressekonferenz gaben die Ermittler neue Erkenntnisse bekannt. Demnach soll der 17-Jährige am Samstag von dem Tod eines Freundes in Afghanistan erfahren haben und sich seitdem verändert haben. Der Jugendliche war bisher nie polizeilich auffällig und wurde von seinem Umfeld als ruhig beschrieben. Er kam im Juni 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Im März hat er seine Aufnahmegestattung erhalten. Neben der IS-Flagge wurde auch ein Abschiedsbrief gefunden, der gleichzeitig eindeutig religiös motivierte Zeilen enthält: „Bete für mich, dass ich mich an diesen Ungläubigen rächen kann und bete für mich, dass ich in den Himmel komme.“ Der Anwohnerin, die am Mainufer mit einer Bekannten und ihrem Hund unterwegs war, soll er zweimal mit der Axt ins Gesicht geschlagen haben und dabei, laut Zeugin, gerufen haben „Ich mach dich fertig, du Schlampe“

 

*** Update (14:50 Uhr) ***

Hier unsere Zusammenfassung des Tatabends:

 

***Update (13:34 Uhr) ***

Auch Basketball-Star Dirk Nowitzki äußerte sich über Twitter zu den Vorfällen:


*** Update (12:30 Uhr) ***

Zur Zeit läuft eine Pressekonferenz zum Amoklauf mit Innenminister Herrmann in München. Demnach hätte es im Vorfeld keine Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben. Er sei gläubiger Muslim gewesen, aber nie durch entsprechende Äußerungen aufgefallen. Sein Umfeld beschreibe ihn als ruhig und ausgeglichen.

 

*** Update (11:00 Uhr)***

Bezüge zur Terrororganisation “Islamischer Staat” werden immer deutlicher. Bei der Durchsuchung des Zimmers des 17-Jährigen haben Ermittler eine selbstgemalte IS-Flagge gefunden. Laut der IS-nahen Nachrichtenagentur Amaq hat sich der IS zur Tat bekannt.

 

*** Update (10:00 Uhr)***

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Oberbürgermeister Christian Schuchardt betroffen:“Ich bin entsetzt über diese schreckliche Gewalttat. Ich fühle mit den Opfern und auch den Mitreisenden, die bei dieser Wahnsinnstat an Leib und Seele schwere Verletzungen erlitten haben.Ich denke auch an die Angehörigen – ich hoffe und bange mit ihnen! Wir alle sind in tiefer Sorge an Ihrer Seite und wollen niemanden allein lassen. Über die Hintergründe der Tat sollte nicht spekuliert
werden, bis wir gesicherte Tatsachen haben. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Einsatzkräften und Helfern, die heute Nacht im Einsatz waren. Ich habe größten Respekt vor dem, was hier geleistet wurde und bin froh, dass so schnell reagiert werden konnte.”

 

Bilder vom Tatort: (Quelle: News 5 / Berthold Diem)

 

*** Erstmeldung (18.07.16, 22:30) ***

In einem Regionalzug bei Würzburg hat es einen Amoklauf gegeben. Der Täter ist laut Polizeiangaben mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste losgegangen. Drei Personen wurden schwer, eine leicht verletzt. Zum Teil handelt es sich um Mitglieder einer Reisegruppe aus Hong Kong. Sie wurden in die Würzburger Uniklinik eingeliefert. 14 Personen stehen unter Schock.

Der Täter ist auf der Flucht von der Polizei erschossen worden. Es handelt sich laut dem bayerischen Innenministerium um einen 17-jährigen Afghanen, der zuvor in einer Pflegefamilie in Ochsenfurt gelebt haben soll. Über die Hintergründe der Tat wurde bisher nichts bekannt.

Bisher unbestätigten Meldungen zufolge soll der Täter im Zug “Allahu Akbar” (Gott ist groß) gerufen haben. Die Polizei vor Ort bestätigte das bisher nicht. An der s.Oliver Arena wurde ein Lagezentrum errichtet, in dem auch mehrere Notfallseelsorger die Betroffenen betreuen.

Medienberichten zufolge soll es sich bei den verletzten Opfern um eine Familie aus Hongkong handeln. Die Eltern, ihre Tochter und deren Freund. Ein weiterer Sohn der Familie soll unverletzt geblieben sein.