3. Liga: Würzburger Kickers gegen Unterhaching mit Familienduell

Nach der Englischen Woche mit drei Spielen binnen acht Tagen konnten die Würzburger Kickers in dieser Woche ihre Akkus wieder aufladen und sich intensiv auf das Heimspiel in der FLYERALARM Arena gegen die SpVgg Unterhaching an diesem Samstag, 30. September, 14 Uhr vorbereiten.

 

Emanuel vs. Ulrich

 

Für Emanuel Taffertshofer wird diese Begegnung etwas ganz Besonderes: Der 22-Jährige trifft gegen Haching auf seinen drei Jahre älteren Bruder Ulrich. Das Duell Taffertshofer gegen Taffertshofer ist nicht neu: Schon am 28. Mai 2016 traten die Brüder in einem Pflichtspiel gegeneinander an – im Toto-Pokalfinale setzte sich die Kickers beim damaligen Regionalligisten in Haching mit 6:2 durch. Jetzt ist die SpVgg in Liga 3 daheim und ist als Aufsteiger stark gestartet: Nach dem jüngsten 4:0-Erfolg gegen Meppen stehen die Oberbayern auf Rang fünf. „Das Team ist weitgehend zusammengeblieben, sehr gut eingespielt“, weiß Emanuel: „Das Selbstbewusstsein ist groß, sie schwimmen – ähnlich wie wir im vergangenen Jahr in der Hinrunde – auf einer Erfolgswelle. Bei Haching ist viel Tempo im Spiel. Darauf müssen wir uns einstellen.“

Auf das Duell gegen seinen zehn Zentimeter größeren Bruder, den er sehr schätzt (Emanuel: „Er ist eine Kampfsau, sehr robust und einer, der vorangeht.“), freut sich der FWK-Mittelfeldspieler natürlich besonders: „Wir hatten bis Mittwoch Kontakt. Jetzt herrscht aber erst einmal bis Samstag nach dem Spiel Funkstille. Wenn jeder bei uns im Team so heiß ist wie ich, mache ich mir keine Sorgen. Natürlich hoffe ich insgeheim, dass mein Bruder keinen Sahnetag erwischt. Immerhin habe ich gegen ihn bislang noch nicht verloren.“

 

Offensivstarke Oberbayern

 

Damit das so bleibt, fordert FWK-Cheftrainer Schmidt von seiner Mannschaft, „wenige Chance zuzulassen und selbst Offensivakzente zu setzen“. Schließlich verfügt der Münchner Vor-Ort-Klub über eine „sehr gute Offensive“. In der vergangenen Regionalliga-Saison trafen die Unterhachinger 95 Mal ins Schwarze, und auch in der bisherigen Drittliga-Spielzeit sorgen sie offensiv für Furore: 19 Tore erzielte die SpVgg in den ersten zehn Partien, lediglich Spitzenreiter SC Paderborn hat häufiger getroffen (22).

Mit Stephan Hain haben die Oberbayern, die seit Juli 2015 von Claus Schromm trainiert werden, den Top-Torjäger der 3. Liga in ihren Reihen. Nachdem Hain in der vergangenen Runde mit 32 Treffern Torschützenkönig in der Regionalliga Bayern geworden ist, war er auch in dieser Saison bereits achtmal erfolgreich. Unterstützt wird der ehemalige Augsburger, der für den FCA 24 Erstliga-Partien bestritten hat, in der Offensive von Sascha Bigalke. Der 27-Jährige, der einst bei der Berliner Hertha und dem 1. FC Köln unter Vertrag gestanden hatte, kam in der vergangenen Spielzeit auf 19 Tore, eine Etage höher netzte er in dieser Runde auch schon dreimal ein.

„Wir freuen uns auf diese Herausforderung“, sagt FWK-Cheftrainer Stephan Schmidt: „Wir müssen als gesamtes Team defensiv gut arbeiten. Außerdem gilt es, unsere Qualitäten einzubringen.“ Dabei müssen die Rothosen zum letzten Mal auf den noch Rot-gesperrten Dennis Mast verzichten. Darüber hinaus stehen die beiden Langzeitverletzten Hendrik Hansen und Florian Kohls nicht zur Verfügung. Ansonsten kann Stephan Schmidt aus dem Vollen schöpfen.

Vor der letzten Länderspielpause konnten sich die Kickers mit 1:0 beim FSV Zwickau durchsetzen. Bei den Mainfranken hätten niemand etwas dagegen, wenn der FWK vor der anstehenden Länderspielpause erneut dreifach punktet und den ersten Heimsieg im Kalenderjahr 2017 einfährt.