Würzburg: Demonstration mit 21 Teilnehmern beendet – 300 Gegendemonstranten

Polizei-Meldung 4 – Abschlussmeldung – Stand 19:30 Uhr (Meldungen 1 – 3: runterscollen)

WÜRZBURG. Im Zuge des heute stattfindenden Versammlungsgeschehens hatte die angemeldete Demonstration unter dem Titel „Trauer- und Gedenkmarsch – Gegen das Vergessen“ nur sehr geringen Zulauf zu verzeichnen. Die zahlreichen Gegendemonstranten hatten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Aktionen durchgeführt, um ihren gegensätzlichen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen.

Die einzige angezeigte Versammlung des heutigen Tages wurde in der Spitze von lediglich 21 Teilnehmern besucht. Nach einer Auftaktkundgebung am Kaiserplatz setzte sich der kleine Demonstrationszug gegen 16:50 Uhr in Bewegung. Auf Grund der frühzeitigen Absperrung der Aufzugsstrecke kam es im Verlauf zu keinem unmittelbaren Aufeinandertreffen zwischen Versammlungsteilnehmern und -gegnern.

An allen Kreuzungen und Einmündungen fanden sich jedoch zahlreiche Gegendemonstranten an den aufgestellten Sperrgittern ein und verdeutlichten ihren Unmut mit Rufen und Sprechchören. Insgesamt dürfte es sich bei den Versammlungsgegnern um bis zu 300 Personen gehandelt haben. Nach einer Abschlusskundgebung, die wiederum am Kaiserplatz stattfand und ebenfalls von Gegendemonstranten gesäumt war, wurde die Versammlung gegen 17:45 Uhr beendet.

Zuvor hatte einer der 21 Versammlungsteilnehmer im Bereich des Haugerkirchplatzes seine Notdurft im Freien verrichtet und war dabei von Polizeikräften angetroffen worden. Der Mann hat jetzt eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen eines Verstoßes gegen die Stadtsatzung zu erwarten.

Im Vorfeld der Demonstration waren bereits gegen 14:30 Uhr an der Würzburger Festung insgesamt sechs Personen festgestellt worden, die dort ein Transparent gegen Ausländerfeindlichkeit aufgehängt hatten. Vier der Personen hatten sich dazu von einer Mauer abgeseilt. Da weder durch das ca. 3 x 19 Meter große Plakat an sich noch durch das Abseilen Straftatbestände erfüllt wurden, konnte nach einer Feststellung der Personalien auf weitere polizeiliche Maßnahmen vor Ort zunächst verzichtet werden.

Wie bereits berichtet hatten sich im Zuge der Anreise von Versammlungsteilnehmern ab 15:00 Uhr mehrere kleinere Gruppen von Gegendemonstranten zusammengefunden, um sich geschlossen an verschiedenen Örtlichkeiten rund um den bzw. im Hauptbahnhof niederzulassen. So gab es kleinere Ansammlungen von Personen am Ausgang des Posttunnels sowie an der Treppe zu einem Bahnsteig, die den Reiseverkehr jedoch nicht nachhaltig beeinträchtigten.

Auch im Personentunnel zu den Bahnsteigen hatten sich mehrere der Versammlungsgegner getroffen. Da diese Gruppe den regen Fußgängerverkehr von Reisenden behinderte, wurden durch die Bundespolizei in elf Fällen Platzverweise ausgesprochen. Neun der elf Personen kamen dem Platzverweis nicht nach und mussten nach mehrfacher vergeblicher Aufforderung von Bundespolizisten mittels Schieben und Drücken aus dem Bahnhof gebracht werden. Die Betroffenen haben jetzt laut Bundespolizei auf Grund ihres Verhaltens außerdem eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs zu erwarten.

Auf dem Röntgenring unmittelbar vor dem Bahnhof hatten sich kurz vor Versammlungsbeginn gegen 16:00 Uhr rund 60 Gegendemonstranten zu einer Sitzblockade formiert. Unter anderem daraus resultierten Verkehrsbehinderungen, die zur außerplanmäßigen Sperrung des Röntgenrings führten. Die Umleitung erfolgte über die Bismarckstraße. Neben der vorübergehenden Beeinträchtigung des Straßenverkehrs wurden einzelne Straßenbahnen für wenige Minuten an der Weiterfahrt gehindert. Unterstützt durch den Einsatz polizeilicher Kommunikationsteams löste sich die Sitzblockade nach kurzer Zeit wieder auf, ohne dass weitergehende polizeiliche Maßnahmen ergriffen werden mussten.

Während des Aufzugs versuchten mehrere Personen, teils durch Gebäude hindurch, auf die abgesperrte Strecke zu gelangen. Nur wenige Gegendemonstranten schafften es, die Sperrgitter zu passieren und mussten von Polizeikräften wieder hinter die Absperrung gebracht werden. Dies gelang in den meisten Fällen durch die eingesetzten Kommunikationsteams, einige wenige Personen mussten durch die Anwendung von unmittelbarem Zwang, in diesem Fall Festhalten, Schieben und Drücken, durch die Einsatzkräfte aus dem gesperrten Bereich begleitet werden.

Leider mussten nach Ende der Versammlung, gegen 18:45 Uhr, doch noch zwei Personen aus dem Lager der Gegendemonstranten festgenommen werden. Die beiden jungen Männer hatten nahe eines Imbissstands auf dem Bahnhofsplatz die dort eingesetzten Polizeibeamten beleidigt, einer der Tatverdächtigen führte einen Tritt gegen das Schienbein eines Beamten aus. Der Polizist wurde hierbei leicht verletzt, blieb jedoch dienstfähig. Die beiden Männer mussten zur Dienststelle mitkommen und sehen nun einem Strafverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung entgegen.

Abgesehen von diesem unerfreulichen, abschließenden Ereignis verliefen die Versammlung wie auch die Aktivitäten der Gegendemonstranten aus polizeilicher Sicht in der Gesamtschau friedlich. Die Unterfränkische Polizei bedankt sich daher bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die dies durch ihren gewaltfreien Protest ermöglicht haben.

Polizei-Meldung 3 – Stand 17:50 Uhr (Meldungen 1 & 2: runterscollen)

WÜRZBURG. Nach dem Abschreiten der Aufzugsstrecke ist die für heute in Würzburg angemeldete Versammlung soeben beendet worden. Bis zur Abschlusskundgebung waren nur noch wenige Teilnehmer hinzugekommen, so dass insgesamt 21 Demonstranten zu verzeichnen waren. Die Versammlungsteilnehmer bereiten derzeit ihre Abreise aus Würzburg vor.

Auf Seiten der Gegendemonstranten war das Personenaufkommen hingegen deutlich höher. Bis zu 300 Personen bewegten sich während der laufenden Versammlung entlang der Sperrgitter und machten mit lauten Rufen und Sprechgesängen auf sich aufmerksam. In Einzelfällen versuchten Gegner der angemeldeten Demonstration, auf die Aufzugsstrecke zu gelangen, was jedoch teilweise durch Kommunikationsteams, teilweise mittels Festhalten, Schieben und Drücken durch Einsatzkräfte unterbunden wurde.

Ein unmittelbares Aufeinandertreffen von Demonstrationsteilnehmern und -gegnern konnte durch die polizeilichen Maßnahmen, hier insbesondere die frühzeitige Absperrung des Aufzugsweges, verhindert werden.

Meldung 2 – Stand 17:00 Uhr (Meldung 1: runterscollen)

WÜRZBURG. Der Aufzug zum Thema „Trauer- und Gedenkmarsch – Gegen das Vergessen“ hat sich vor kurzem in Bewegung gesetzt und ist soeben zu einer Zwischenkundgebung in der Neutorstraße angelangt.

Bis zum Ende der Auftaktkundgebung hatten sich nicht mehr als 18 Personen der Versammlung angeschlossen. Die Demonstrationsteilnehmer führen Fahnen und Transparente mit und werden von einem Lautsprecherwagen begleitet, von dem aus Musik gespielt wird.

Die Gegendemonstranten bewegen sich ebenfalls entlang der Aufzugsstrecke und bringen nach wie vor lautstark ihren gegensätzlichen Standpunkt zum Ausdruck.

Meldung 1 – Stand: 16:15 Uhr

WÜRZBURG. Unmittelbar vor dem um 16:00 Uhr beginnenden „Trauer- und Gedenkmarsch – Gegen das Vergessen“ hat die angemeldete Versammlung bisher nur geringen Zulauf erfahren. Erste Gegendemonstranten hatten sich bereits eine knappe Stunde vor Beginn der Demonstration am Hauptbahnhof eingefunden. Fahrzeuge, die im Vorfeld im Bereich des Aufzugswegs geparkt waren, hat die Polizei abschleppen lassen.

Bereits kurz nach 10:00 Uhr hatte die Würzburger Polizei damit begonnen, insgesamt 19 Fahrzeuge abschleppen zu lassen. Die Autos waren entlang des angemeldeten Demonstrationsweges im Haltverbot abgestellt. Wie am Freitag bereits angekündigt, wurde zeitnah nach dem Inkrafttreten der Haltverbote mit den Abschleppungen begonnen, um rechtzeitig vor Demonstrationsbeginn alle Fahrzeuge aus dem relevanten Bereich entfernt zu haben.

Seit etwa 15:00 Uhr treffen sowohl Teilnehmer der angemeldeten Versammlung als auch Gegendemonstranten nach und nach im Stadtgebiet ein.

Gegen 15:15 Uhr hatten sich erste Gegendemonstranten sowohl am Ausgang des sogenannten Posttunnels als auch auf einer Treppe zu einem der Bahnsteige niedergelassen. Polizeiliche Maßnahmen waren hier nicht erforderlich, da ein Durchkommen jederzeit möglich war. Lediglich im Personentunnel zwischen den Bahnsteigen wurden von der Bundespolizei mehrere Platzverweise ausgesprochen, die teils mit unmittelbarem Zwang, z. B. durch einfaches Wegschieben einzelner Personen, durchgesetzt wurden.

Insgesamt befinden sich im Areal zwischen Bahnhofsplatz und Kaiserstraße rund 200 Gegendemonstranten, die teils lautstark ihren Unmut und ihre gegensätzliche Auffassung kundtun. Auf Grund des starken Zulaufs in diesem Bereich musste die Zufahrt Berliner Ring bzw. Hauger Ring zum Röntgenring außerplanmäßig gesperrt werden. Auch die Zufahrt von der Schlachthofkreuzung am Congresscentrum kann derzeit nicht genutzt werden. Die Umleitung erfolgt über die Bismarckstraße.

Zur eigentlich angemeldeten Versammlung hat sich bislang lediglich eine niedrige zweistellige Anzahl von Demonstrationsteilnehmern eingefunden. In diesen Minuten beginnt die Demo mit einer Auftaktkundgebung am Kaiserplatz.

Die Polizei erneuert an dieser Stelle nochmals ihren Appell an alle Demonstrationsteilnehmer und –gegner, von ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit friedlich Gebrauch zu machen!