Schockanrufer versuchen Rentnerinnen zu täuschen – Polizei warnt vor hinterlistiger Masche am Telefon

WÜRZBURG. Gleich zweimal haben Betrüger am Dienstagabend versucht, ältere Damen durch sogenannte Schockanrufe zu täuschen. Einer der Anrufer gab sich sogar als Polizeibeamter aus. Die Unbekannten hatten keinen Erfolg und es kam glücklicherweise in keinem Fall zu einer Geldübergabe. Die Polizei warnt davor, auf Anrufer hereinzufallen, die von Unfällen mit Verwandten berichten und sofort Bargeld einfordern.

Gegen 18:00 Uhr erhielt eine ältere Dame aus dem Stadtteil Sanderau einen Anruf. Der Mann am Telefon gab sich als Freund ihres Sohnes aus. Da der einen Unfall verursacht habe, müsse er sofort Geld zahlen, um nicht wegen Unfallflucht angezeigt zu werden. Die 86-Jährige fiel zunächst auf den Schwindel herein. Aus Sorge um ihren vermeintlich in Not steckenden Sohn stimmte sie zu, einem Kurier Bargeld zu übergeben. Geschickt rief der angebliche Bekannte noch mehrmals an und bedrängte die Frau. Glücklicherweise kam bei einem dieser Telefonate die Tochter der 86-Jährigen hinzu. Als die Tochter den Hörer übernahm und Fragen stellte, beendete der Anrufer schleunigst das Gespräch. Zu einer Geldübergabe kam es so zum Glück nicht. Der Anrufer hat ein geschätztes Alter von ca. 35 Jahren und sprach akzentfreies Deutsch.

Als „Polizeibeamter aus der Frankfurter Straße“ gab sich ein Mann aus, der um 18:30 Uhr eine 86-Jährige kontaktierte. Der Anrufer schilderte, der Schwiegersohn der Frau sei verunglückt und er müsse nun bei ihr vorbei kommen. Die Rentnerin aus Heidingsfeld ließ sich zum Glück nicht täuschen und legte auf. Als der Unbekannte immer wieder anrief und von dem Unfall berichtete, verständigte sie einen Angehörigen und die Polizei. Der Betrüger am Telefon war zwischen 30 und 40 Jahre alt und sprach Hochdeutsch in hoher Stimmlage.

Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt weiterhin vor Betrügern, die am Telefon Geld fordern und ihre Opfer dabei durch Geschichten über angebliche Unglücksfälle oder Unfälle zusätzlich unter Druck setzen. Seien Sie besonders misstrauisch, wenn ein Anrufer sich als Polizeibeamter ausgibt und sofort Bargeld einfordert. Wer einen Unfall verursacht oder eine Straftat begangen hat, wird von der Polizei keinesfalls dazu gedrängt, sofortige Zahlungen zu leisten. Falls Sie Zweifel an der Echtheit des Anrufers haben, bitten Sie einen Vertrauten um Hilfe oder rufen Sie bei der Polizei an und fragen hier um Rat.