s.Oliver Würzburg: Dirk Bauermanns Heimdebüt gegen seinen Ex-Club

s.Oliver Würzburg empfängt nach drei Wochen Spielpause EuroCup-Viertelfinalist FC Bayern München – s.Oliver Arena seit Wochen restlos ausverkauft – Sprungball Samstag um 18 Uhr

Dank ALLSTAR Day und Pokal-Viertelfinale hatte Würzburgs neuer Trainer Dirk Bauermann seit dem letzten Spiel volle drei Wochen Zeit, um sein Team auf die nächste schwere Aufgabe vorzubereiten: Am Samstag um 18 Uhr ist der FC Bayern München zum innerbayerischen Nord-Süd-Derby in der ausverkauften Würzburger s.Oliver Arena zu Gast. Die Partie wird wie immer live und in voller Länge auf Telekom Basketball zu sehen sein. Die Übertragung mit Moderator Hans Finger und Kommentator Chris Schmidt beginnt um 17:45 Uhr.

Es gibt viele Geschichten zu erzählen vor dem ersten Heimspiel von Dirk Bauermann als Headcoach von s.Oliver Würzburg. Beide Clubs verbindet eine gemeinsame Vergangenheit von der Spielzeit 2007/2008 in der Regionalliga Südost über den gemeinsamen Aufstieg als Meister und Vizemeister der ProA im Jahr 2011 und inzwischen neun Bundesliga-Duelle, von denen sieben an die Münchner gingen.

Noch mehr im Vordergrund dürfte am Samstag aber die Tatsache stehen, dass Bauermann ausgerechnet auf den Club trifft, bei dem er bis 2012 zuletzt in Deutschland tätig war. „Es geht bei diesem Spiel aber nicht um mich. Es ist ein wichtiges Spiel für die Mannschaft, den Club und für unsere Fans. Ich glaube, dass wir die Bayern richtig ärgern können, wenn unsere Zuschauer als sechster, siebter und achter Mann voll hinter uns stehen. Gerade in Phasen, in denen es mal nicht so rund läuft, was gegen so einen starken Gegner passieren wird“, so Bauermann.

Bauermann: „Gegen Bayern brauchen wir die Fans als sechsten, siebten und achten Mann“

Der Fokus im Training und in den beiden Testspielen gegen den Mitteldeutschen BC und die Hanau White Wings aus der ProA lag in den vergangenen drei Wochen in erster Linie auf der Verteidigung, aber auch auf einer besseren offensiven Abstimmung der Mannschaft, in die mit Mustafa Shakur und Michael Cobbins im Laufe dieser Woche außerdem zwei Neuzugänge integriert werden mussten. Auch Vincent Sanford aus dem Würzburger ProB-Team gehört inzwischen als siebter Ausländer zum Bundesliga-Kader.

„Wir haben in den drei Wochen hart gearbeitet, das Fundament ist gelegt. Die ersten Ergebnisse der harten Arbeit hat man in den beiden Testspielen gesehen, unsere Verteidigung muss aber noch stärker werden. Gegen die Bayern müssen wir alles investieren was wir haben, alle Energien auf’s Feld bringen und kämpferisch alles zeigen. Wenn wir das tun und den Ball gut laufen lassen, dann wollen wir mal sehen, was am Ende dabei heraus kommt“, so Bauermann: „Ich erwarte von den Bayern eine sehr gute Leistung, gerade auch mit Maik Zirbes als Neuverpflichtung.“

Der 26-jährige Nationalspieler wurde vom FC Bayern München als Leihgabe von Maccabi Tel Aviv geholt und dürfte am Samstag in der Würzburger „Turnhölle“ zum ersten Mal für seinen neuen Club zum Einsatz kommen. Nicht mehr im Aufgebot von Trainer Aleksandar Djordjevic ist dagegen der 2,17-Meter-Mann Ondrej Balvin. Das Spiel am Samstag ist der fünfte Auftritt der Münchner Bayern in der s.Oliver Arena seit dem gemeinsamen Aufstieg vor sechs Jahren – die ersten beiden Begegnungen haben die Hausherren, die letzten beiden die Gäste gewonnen.

Ein Blick in die Statistik macht deutlich, wie schwer die Aufgabe gerade in der Verteidigung für s.Oliver Würzburg wird: Der FC Bayern erzielt nicht nur die zweitmeisten Punkte der Liga, die Münchner haben auch die mit Abstand beste Trefferquote aus dem Feld (53 Prozent), verteilen die meisten Korbvorlagen (22,4 pro Spiel) und erobern die meisten Bälle (8,5 pro Spiel).

Die Tiefe des Bayern-Kaders lässt sich an der Tatsache ablesen, dass gleich acht Akteure in den Spielen der easyCredit BBL im Durchschnitt zwischen acht und elf Punkten erzielen. Der ehemalige Würzburger Maximilian Kleber gehört mit 9,9 Punkten, 5 Rebounds und 1,3 Blocks pro Spiel dazu. Kleber ist übrigens der einzige Bayern-Spieler, der in allen achtzehn BBL-Partien in der Startaufstellung stand. Zusammen mit Reggie Redding (10,5 Punkte / 4,7 Assists), Anton Gavel und Top-Scorer Bryce Taylor (10,8 Punkte) ist der gebürtige Würzburger einer der Bayern-Akteure, die von Sasa Djordjevic die meiste Spielzeit bekommen.

Mit Alex King ist ein weiterer Ex-Spieler von s.Oliver Würzburg im Aufgebot des Tabellendritten zu finden, der sich am Mittwoch mit einem 78:72-Auswärtssieg bei Lietkabelis Panevezys in Litauen für das EuroCup-Viertelfinale qualifiziert hat. In der easyCredit BBL haben die Münchner vierzehn ihrer siebzehn Spiele gewonnen – lediglich gegen Spitzenreiter ratiopharm ulm, beim Deutschen Meister in Bamberg sowie bei den Telekom Baskets Bonn zogen sie den Kürzeren.

Einlass in die seit mehreren Wochen restlos ausverkaufte s.Oliver Arena ist am Samstag um 16:30 Uhr. Telekom Basketball wird um 17:45 Uhr mit einem Live-Interview mit Dirk Bauermann auf Sendung gehen, Sprungball ist um 18 Uhr. Acht Tage später wartet mit dem Auswärtsspiel bei Brose Bamberg (5. Februar 2017, 18:00 Uhr) die nächste schwere Aufgabe gegen einen ehemaligen Bauermann-Arbeitgeber auf s.Oliver Würzburg.