Würzburg erinnert sich

Am 10. März 1933 wurden auf dem Würzburger Residenzplatz zum ersten Mal Schriften verbrannt.

Die Nationalsozialisten hatten kurz nach ihrer Machtergreifung diverse Zeitungsverlage in der Stadt Würzburg besetzt. Plakate und Flyer nahmen sie mit und schichteten die Dokumente auf dem Residenzplatz auf. Im Beisein vieler Schaulustiger wurden erstmals Schriftstücke verbrannt. Die zweite große Verbrennung fand schließlich am 10. Mai in Würzburg statt. In 21 deutschen Universitätsstädten wurden Bücher zusammengetragen, die auf der Schwarzen Liste standen. Unter den Autoren waren nicht nur jüdische, sondern auch marxistische und pazifistische Schriftsteller. Mehrere 100.000 Werke wurden deutschlandweit verbrannt. Auch die Bücher von Erich Kästner, Franz Kafka, Heinrich und Klaus Mann, sowie Sigmund Freud standen auf der Schwarzen Liste. Einen ganzen Tag lang gedachten die Würzburger an diesen Tag.