Urteil im Heidingsfelder Mordprozess

10 Jahre und 6 Monate Haft wegen Totschlags – so lautet das Urteil des Schwurgerichts. Die Kammer sieht es als erwiesen an, dass der Gartenarbeiter im April eine Freundin erst erwürgt und dann auf einem Acker in der Nähe der Lehmgrubensiedlung im Würzburger Stadteil Heidingsfeld vergraben hatte. Obwohl ihm Gutachter einen besonders niedrigen Intelligenzquotienten von 64 und eine Persönlichkeitsstörung bescheinigt hatten geht das Gericht nicht von Schuldunfähigkeit und mangelnder Steuerungsfähigkeit während der Tat aus. Insbesondere der Umstand, dass der Angeklagte zwischen 3 und 5 Minuten die Frau gewürgt hatte lasse nicht darauf schließen, so der Vorsitzende.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, da der geständige 45-jährige die Frau in einer Schubkarre transportierte deren Reifen er an einer Tankstelle noch aufgepumpt hatte. Außerdem hatte er Bargeldabhebungen mit der EC Karte des Opfers durchgeführt, wodurch die Ermittler ihm schnell auf die Spur gekommen waren.

Das Geständnis des Angeklagten sei in der Strafe berücksichtigt worden, so die Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte 12 Jahre Haft gefordert, die Verteidigerin 8 Jahre.