Praxisgebühr wird abgeschafft

Das Bezahlen der 10 Euro Praxisgebühr gehört für die meisten Kassenpatienten schon zum Arztbesuch dazu. Einmal im Vierteljahr müssen Patienten sie entrichten. Hat man keine Überweisung für den Facharzt oder besucht einen Arzt aus einer anderen Behandlungsklasse, etwa den Zahnarzt – wird sie erneut fällig. Ziel der Praxisgebühr ist es, die Eigenverantwortung der Versicherten zu erhöhen. So sollen sie nicht wegen jeder Bagatelle zum Arzt gehen und Fachärzte nur nach Überweisung durch den Hausarzt aufsuchen. Vielen Patienten wurde bisher schon die Praxisgebühr von ihrer Krankenkasse erlassen. Dann, wenn sie einen Hausarztvertrag unterschrieben hatten. Hier verpflichtet sich der Versicherte immer zuerst seinen Hausarzt aufzusuchen, der ihn gegebenenfalls an den passenden Facharzt überweist. Zum Januar 2013 entfällt die Praxisgebühr dann für alle – neun Jahre nach ihrer Einführung. Das hat die schwarz- gelbe Koalition jetzt beschlossen. Für die Ärzte und ihre Angestellten eine große Arbeitserleichterung. Für die Praxen bedeutet das Abschaffen der Gebühr weniger Verwaltungsarbeit – für die Patienten 10 Euro mehr in der Tasche. Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Zahl der Arztbesuche in Deutschland gleich bleibt oder doch weiter zunimmt.