Nach Messerattacke in Wiesentheid: Hauptangeklagter gesteht

 

Im Prozess um die brutale Messerattacke im Schlosspark in Wiesentheid hat der 20-jährige Hauptangeklagte am Mittwoch vor dem Würzburger Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er und ein 19 Jahre alter Mittäter müssen sich wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes vor der Großen Jugendkammer verantworten. Der Haupttäter hatte seine Ex-Freundin mit Hilfe des 19-Jährigen am Abend des 4. Januar 2016 in den Park gelockt. Nach einem Streitgespräch bedrohte er die 22-Jährige mit einer Schreckschusspistole und stach dann mehrmals mit einem Messer wuchtig auf Hals, Kopf und Nacken der jungen Frau ein. Bereits im Dezember habe er mehrere Mitbewohner in einer Kitzinger Obdachlosenunterkunft um Hilfe bei der Ermordung der Ex-Freundin gebeten, so der Angeklagte. Er machte damals die Trennung durch die 22-Jährige dafür verantwortlich, dass er seinen Arbeitsplatz verloren hat und obdachlos wurde. „Es ist nicht möglich, sich für so eine Tat zu entschuldigen. Ich würde es gerne ungeschehen machen“, sagte er in seinem bemerkenswert offenen Geständnis vor Gericht. Sein 19-jähriger Helfershelfer hat sich bisher nicht zu den Tatvorwürfen geäußert, der Prozess wird am 18. Oktober fortgesetzt. Das Opfer ist seit der Tat teilweise gelähmt, sitzt im Rollstuhl und hält sich in einer Reha-Klinik auf. Die junge Frau habe Angst davor, im Prozess auszusagen, erklärte ihr Rechtsanwalt am Mittwoch.