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Mainfranken
Mittwoch, 23. September 2009 18:00
Misshandlungsvorwürfe im St. Josefs-Stift

Misshandlungsvorwürfe im St. Josefs-Stift

Seit gestern sorgt ein angeblicher Misshandlungsfall im St. Josefs-Stift in Eisingen im Landkreis Würzburg für Aufsehen. Eine behinderte Bewohnerin soll vor etwa zwei Jahren beim Dreh für ein Lernvideo misshandelt worden sein.

Eine leitende Heimangestellte soll eine behinderte Bewohnerin über 30 Minuten lang gequält und das filmisch dokumentiert haben. Sie ist heute nicht mehr in Eisingen tätig, eine weitere Mitarbeiterin, die daran beteiligt war, wurde intern versetzt. 

Am 14. Mai 2009 hat Stiftsleiter Bernhard Götz von Problemen in einer Fördergruppe erfahren, am 21. Juli hat er das belastende Filmmaterial erstmals zu Gesicht bekommen. Auf dem rund 30-minutigen Film ist zu sehen, wie eine behinderte Frau, die durch eine Mitarbeiterin mit sogenannten deeskalierenden Maßnahmen beruhigt wird. In der Praxis heißt das: die Frau wird am Boden festgehalten, die Gruppenleiterin sitzt auf ihr und wendet verschiedene Griffe an. 

Aus Sicht der Heimleitung ist nicht nur die Länge des Videos problematisch, die Bewohnerin zeigt während der Aufnahmen kein aggressives Verhalten und macht außerdem kenntlich, dass Sie keine Filmaufnahmen wünscht. Mehr wollte man dazu von Seiten der Heimleitung nicht sagen.

Der Caritasverband begrüßte die sofortige, vorsorgliche Strafanzeige durch die Geschäftsleitung des Stifts bei der Staatsanwaltschaft Würzburg nach Entdeckung und Prüfung des Filmmaterials. In der gleichen Stellungnahme betonte er, dass das St. Josefs Stift keine Einrichtung der Caritas, sondern der Träger der Einrichtung lediglich Mitglied des Caritasverbandes in der Diözese Würzburg sei. Die Würzburger Staatsanwaltschaft indessen wollte sich zu den Vorwürfen noch nicht äußern. 

Olivier Luksch war heute in Eisingen, sehen Sie hier seinen Bericht:


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