Wer hat geschossen?
Noch immer ist unklar, wer genau am 7. April 1977 in Karlsruhe die tödlichen Schüsse auf Siegfried Buback und seine beiden Begleiter abgab. 30 Jahre glaubte Siegfried Bubacks Sohn Michael, dass die Ermittler alles getan hätten, um den Fall aufzuklären. Doch dann mehrten sich bei ihm Zweifel und er ermittelte in der Angelegenheit zwei Jahre lang selbst. Das Ergebnis fasste er in einem Buch mit dem Titel "Der zweite Tod meines Vaters" zusammen.
Buback glaubt, dass die RAF-Terroristen, die nach der Tat verurteilt wurden, die Schüsse nicht abfeuerten, vielmehr ist er sich "zu 99 Prozent" sicher, dass Verena Becker die Schützin war. Becker saß zwar zwölf Jahre im Gefängnis, allerdings wegen anderer Taten. In letzter Zeit haben sich bezüglich der Tötung Bubacks und seiner Begleiter Verdachtsmomente gegen sie jedoch verstärkt. Sie wurde festgenommen und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Michael Buback hofft, dass es zu einem Prozess kommt und dann "die ganze Wahrheit ans Licht kommt". Er listet in seinem Buch eine ganze Reihe von Ungereimtheiten bei den früheren Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Mordfall auf. Buback glaubt, dass es sich dabei nicht einfach nur um Schlamperei handelte, sondern dass "eine schützende Hand" verhindert hat, dass Becker auch wegen dieser Tat verurteilt wurde.
Bekannt ist, dass Becker eine Zeit lang Informantin des Verfassungsschutzes war und dafür auch Geld erhielt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will Akten dazu den Ermittlungsbehörden aushändigen, allerdings bleiben sie mit einem Sperrvermerk versehen, so dass sie vor Gericht nicht verwendet werden dürfen. Schäuble begründet den Sperrvermerk damit, dass die Arbeit deutscher Geheimdienste andernfalls Schaden nehmen könnte. Sollte sich der Verdacht gegen Verena Becker erhärten, wolle er die Angelegenheit aber erneut prüfen.






















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