Bürgersozialpreis 2016: Beistand durch Gebärden

Die Entscheidung fiel zwischen den zahlreichen Nominierten nicht leicht, aber nach Bekanntgabe des Preisträgers gingen im Ratssaal viele Hände in die Höhe. Diese signalisieren Menschen, die nicht hören können: Hier wird gerade viel Applaus gespendet. In diesem Fall für den ehrenamtlichen Einsatz der Hospizgruppe Gehörlose, der nun mit dem Bürgersozialpreis der Stadt Würzburg belohnt wurde.

Hospizdienste bieten generell eine wichtige Begleitung in der letzten Lebensphase und führen beispielsweise lange Gespräche. Wenn Patienten jedoch nur in Gebärdensprache kommunizieren können, kommen Hilfs- oder Pflegedienste an ihre Grenzen. Gerlinde Koch und Doris Ehrenreich sahen genau diese Dramatik und waren bereit, sich mit ihren Fähigkeiten zu engagieren. Heute wird die Gruppe durch ein kirchliches Trio betreut.
Mit Einfühlungsvermögen und ihren besonderen kommunikativen Fähigkeiten bringen sie sich ein, wo Trauer, Isolation und Verzweiflung drohen.


Das Bürgerengagement in Würzburg habe ein sehr breites Spektrum und ein Festakt wie dieser, wie auch das Preisgeld von 1.500 € sei nur eine kleine symbolische Geste, um einmal Dankeschön zu sagen.