BBL: Lizenzentzug für Hagen – Sieg weniger für Baskets

Lizenzligaausschuss beschließt sofortigen Lizenzentzug für Phoenix Hagen

Klub ist erster Absteiger / Alle Begegnungen mit Hagener Beteiligung werden aus der Wertung genommen / „Entscheidung ist konsequent und richtig“

Der Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA wird als Träger von Phoenix Hagen mit sofortiger Wirkung die Lizenz entzogen. Grund dafür ist die fehlende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die verbleibende Spielzeit 2016/2017 sowie auch der fehlende Nachweis, dass die anstehenden Begegnungen bei den MHP RIESEN Ludwigsburg (4. Dezember) und zuhause gegen die Basketball Löwen Braunschweig (10. Dezember) definitiv ausgetragen werden können. Dieser Nachweis war vom BBL-Lizenzligaausschuss bis zum Stichtag 30. November (14.00 Uhr) gefordert und von den Verantwortlichen von Phoenix Hagen nicht erbracht worden.

Dies hat zur Folge, dass der Teilnahmerechtsvertrag am BBL-Spielbetrieb gemäß BBL-Lizenzstatut „aus wichtigem Grund“ ebenfalls mit sofortiger Wirkung gekündigt wird. Für Phoenix Hagen besteht die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.

Gemäß BBL-Spielordnung wird der Verein Phoenix Hagen in der Tabelle nicht mehr geführt. Die bisher ausgetragenen Spiele werden aus der Wertung genommen. Nach den Regularien der BBL-Ausschreibung § 5, Ziffer 3 nimmt der Klub, dessen Teilnahmerecht erloschen ist, in der offiziellen Abschlusstabelle, die nach dem Ende der Hauptrunde Anfang Mai 2017 erstellt wird, den letzten Tabellenplatz ohne Wertung ein und steht damit als erster Absteiger der Saison 2016/2017 fest. Der Liga-Spielbetrieb wird nunmehr mit 17 Mannschaften fortgeführt. Die Teams, die gegen Hagen hätten antreten müssen, haben an dem jeweiligen Spieltag spielfrei.

Der Geschäftsführer der easyCredit BBL, Dr. Stefan Holz, äußerte sich wie folgt über die Entscheidung des Lizenzligaausschusses:

„Uns war es wichtig sicherzustellen, dass die beiden kommenden Gegner von Phoenix Hagen, Ludwigsburg und Braunschweig, Planungssicherheit hinsichtlich der Austragung haben. Schließlich geht es auf Seiten dieser Mannschaften um nicht unerhebliche Einnahmen und Ausgaben. Insofern ist die Entscheidung des Lizenzligaausschusses, die Lizenz mit sofortiger Wirkung zu entziehen, konsequent und richtig. Der Lizenzentzug als solcher ist ohnehin unvermeidlich.

Die Hagener Verantwortlichen haben es offensichtlich nicht geschafft, den Klub so aufzustellen, dass er die Auflagen und Bedingungen zur Lizenzerteilung dauerhaft und nachhaltig erfüllen konnte. Wir als Liga-Organisation mit unseren Organen werden diesen Fall aber auch zum Anlass nehmen, uns kritisch mit unseren Prüfverfahren auseinanderzusetzen – insbesondere wenn wie in diesem Fall, ein Klub bereits nach wenigen Spieltagen seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verliert.“

Heimspiel gegen Phoenix Hagen am 17. März entfällt

Die easyCredit BBL hat am heutigen Mittwoch auf die Insolvenz von Phoenix Hagen reagiert und dem Club mit sofortiger Wirkung das Teilnahmerecht an der Liga entzogen. Die „Feuervögel“ stehen damit als erster Absteiger fest, die Liga wird die Saison mit 17 Clubs zu Ende spielen. Für s.Oliver Würzburg hat die Entscheidung folgende Auswirkungen: Der Auswärtssieg in Hagen wird nicht gewertet, das für den 17. März 2017 angesetzte Heimspiel gegen Phoenix Hagen findet nicht statt.

„Wir bedauern die Entwicklung am Traditionsstandort Hagen, die auch auf uns spürbare Auswirkungen hat – unter anderem, weil unsere Dauerkarten-Abonnenten 17 Heimspiele gebucht und bezahlt haben. Wir machen uns bereits intensiv Gedanken, wie wir mit dieser Situation umgehen werden. Wir wollen aber vor zunächst die Informationen von Seiten der Liga abwarten. Eventuell wird es eine gemeinsame Lösung für alle betroffenen Clubs geben“, so die beiden s.Oliver Würzburg Geschäftsführer Steffen Liebler und Gunars Balodis.